City4U unterwegs am "Bahnhof der Kriminellen"  (Bild: Zet)

City4U unterwegs am "Bahnhof der Kriminellen"

32 Stufen sind es vom U- Bahnsteig bis hinauf zur Halle, 79 Schritte bis zum Ausgang - und dann ist man mitten am Wiener Hotspot: Wo Betrunkene auf den Bänken lungern, Obdachlose in der Wiese liegen und mitten am Tag junge, kräftige Männer lautstark in einer fremden Sprache aggressiv miteinander diskutieren. Wo drei junge Afghanen eine 21- jährige Studentin auf der Toilette vergewaltigt haben sollen. Willkommen am Praterstern.

"Bad Vibes"

Was früher der Karlsplatz war, ist heute der Praterstern. Zuallererst ein Knotenpunkt für die Öffis, dann aber gleich ein Treffpunkt der Hoffnungslosen und der Außenseiter. Sie haben den Platz okkupiert - und damit ein Klima der Unsicherheit geschaffen, wie ein City4U- Lokalaugenschein ergab. Junge Mädchen passieren meist nur in kleinen Gruppen die Ansammlungen, ältere Frauen gehen mit eingezogenem Kopf, die Handtasche an den Körper gepresst, an ihnen vorbei. Jeder, der Körpersprache "lesen" kann, kennt sich aus. Der Praterstern hat "Bad Vibes".

Drogendealer & Polizeikontrollen

Das weiß auch die Polizei, die Präsenz zeigt. Zwei junge Männer - Jeans weit heruntergelassen, Baseball- Cap verkehrt herum aufgesetzt - die besobnders provokant auftreten, werden von mehreren kräftigen Beamten zu einem Einsatzbus gebeten: Taschenkontrolle. Gefunden wird nichts, die Polizisten müssen sich dann noch angrinsen lassen, bevor die beiden wieder ihren "Stammplatz" beim Ausgang einnehmen. Drogendealer, die den Stoff in der Nähe gebunkert haben...

Alkohol & Arbeitslose

Gleich daneben debattiert eine Gruppe  - allerdings nicht auf Deutsch. Manche Beteiligte haben eine Bierdose in der Hand - es ist immerhin schon 9.30 Uhr. Und im kleinen Park hinter der Straßenbahnhaltestelle liegen einige Obdachlose in der Wiese.
Der Praterstern ist mittlerweile kein Platz mehr, wo man sich auch nur eine Sekunde länger als nötig aufhält - hier kommt man an oder fährt ab. Und das so schnell wie möglich. Schuld daran sind die jungen, "kräftigen" Männer, die dort den ganzen Tag verbringen. Und von denen niemand so genau weiß, wie sie damit ihr Leben finanzieren...

Und immer immer wieder entlädt sich der Hass! Der bisher letzte Zwischenfall: 15 Asylwerber aus dem Iran und Afghanistan gingen aufeinander los, auch Messer waren dabei im Spiel. Die Polizei nahm drei Personen fest.

Was ist eure Meinung dazu? Postet sie uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

zet

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