"Blümchensex finde ich langweilig!"  (Bild: Reinhard Bagyura)

"Blümchensex finde ich langweilig!"

Manche Männer wollen ausgepeitscht, fixiert oder gefesselt werden, manche Frauen mögen das. City4U hat mit Vanessa Newton, Österreichs bekanntester Domina, gesprochen und sie zu ihrem Fetisch befragt.

Vanessa Newton (38) ist seit 22 Jahren Domina, wenn auch mittlerweile nicht mehr beruflich, sondern nur noch privat. Angefangen hat alles ganz zufällig. "Ich wurde mit 16 Jahren von einem fremden Mann auf der Straße angesprochen, er bat mich, mein Sklave sein zu dürfen", erzählt sie. "Zuerst habe ich geglaubt er will mich verarschen, dann habe ich mir bei einem gemeinsamen Kaffee aber alles ein wenig näher angehört. Und nachdem ich immer schon ein wenig neugierig war, habe ich es ausprobiert. Und Gefallen daran gefunden!"

"SM ist mein Fetisch"

Die Arbeit erregte sie. "Ich lebte das aus was mir auch wirklich Spaß machte und tat nur das, was mich sexuell erregte." Wenn mittlerweile auch nicht mehr beruflich, ist das immer noch so. "SM ist mein Fetisch, normaler Sex langweilt mich. Ich liebe Lack, Leder und diese komplett andere Welt."
Anders als anzunehmen ist sie jedoch nicht durchgehend dominant, sondern erklärt ihre Vorliebe als eine Art "abgesprochenes Rollenspiel zwischen den beteiligten Personen." Dabei sei es vor allem "wichtig Tabus einzuhalten und vorab Grenzen zu definieren."

"Grenzen sind individuell"

Diese Grenzen sind individuell. "Bei Atemreduktion hört es bei mir beispielsweise auf. Erstens weil es mir sexuell nichts gibt und zweitens weil ich es nicht kontrollieren kann und damit Angst hätte das etwas passiert."  
Zum aktuellen Fall kann sie nur den Kopf schütteln: "Ich habe noch nie die Rettung rufen müssen, oder etwas in der Art. Man übernimmt als Domina ja auch volle Verantwortung für den Kunden. Entsprechend würde ich nie etwas tun was ich nicht kann oder nicht gelernt habe. Leider machen es viele nur wegen dem Geld und mit zu wenig Erfahrung."

Erfahrung mit "Übungssklaven"

Erfahrung hat sie bei sogenannten "Übungssklaven" gesammelt. "Ich hatte mehrere Übungssklaven, an denen ich vieles ausprobieren konnte. Diese habe ich zum Großteil via Annoncen gefunden. Einer davon war auch im Krankenhaus tätig und hat mir sehr viel erklärt und gezeigt."
Das Aussehen ihrer Sklaven ist ihr egal. "Erstens weil ich eh keinen Sex mit ihnen habe und zweitens weil es, um den Fetisch auszuleben, wichtiger ist auf derselben Welle zu sein, als unglaublich attraktiv zu sein."

"Zu Hause ist tabu"

Ihre Wohnung war dabei immer tabu. Sie hatte ein eigenes Studio, welches sie auch gerne als ihre "Kammer" bezeichnete, in dem sie ihre Kunden empfing. "Manche nennen ein solches Studio auch Atelier. Neben zahlreichen Sex- Toys gehört zu der eigentlichen Mindestausstattung beispielsweise auch ein Gynäkologen- Stuhl. Selbstverständlich hatte ich so etwas auch." Mittlerweile ist aus dem ehemaligen Studio ein Kindergarten geworden.

"Mich wundert es nicht, dass viele Beziehungen in die Brüche gehen"

Als gut gebuchte Domina war sie entsprechend oft auch unterwegs. "Auf Anfrage bin ich auch in andere Länder gefahren und war damit beruflich öfters auch in Deutschland oder der Schweiz." In ihren Hoch- Phasen hatte sie drei bis vier Sessions am Tag, auch berühmte Personen waren in ihrem Studio zu Gast. Zum Großteil verheiratete Männer die ihre Vorlieben gemeinsam mit ihren Frauen nicht ausleben konnten. "Mich wundert es nicht, dass viele Beziehungen in die Brüche gehen, weil die Paare nicht offen miteinander umgehen."

Hollywood- Boom

Vor allem durch Filme wie "50 Shades of Grey" hat die "Szene" jedoch einen kleinen Boom erlebt und das einstige Tabu- Thema wird ein wenig offener ausgelebt. "Nach 50 Shades of Grey haben sich viele gemeldet, vor allem Hausfrauen, die ein paar Tricks wissen wollten. Ich habe auch Schulungen gegeben - wichtig ist jedoch die Leidenschaft. Ohne die kann man noch so viel üben, es wird nicht gut." Und, eigentlich ist der Film ja viel zu soft, wenn es nach Vanessa Newton geht: "Für Anfänger und stinknormale Hausfrauen die vom normalen Sex gelangweilt sind ist das sicherlich reizvoll. Bei mir muss es schon härter zur Sache gehen!"

"Natürlich wird man abgestempelt"

Abgestempelt wird man als Domina jedoch "nach wie vor" ist sie sich sicher. Es gab auch in ihrem Freundeskreis einige die sich abwandten, als sie von ihrem Job erfuhren. "Die richtigen Freunde sind aber die wichtigen und die bleiben. Auch die Familie findet es mittlerweile lustig dass ich einmal Domina war."

Für eine Beziehung gestaltet sich ihre Vorliebe jedoch schwierig, vor allem früher, als sie noch regelmäßig Männer- Besuche in ihrem Studio empfing. "Männer kommen damit nicht zurecht. Kein Mann möchte seine Frau teilen und wird daher entsprechend eifersüchtig!" Ein Rollen- Wechsel käme für die Single- Frau, auch privat, jedoch nicht in Betracht. "Ich bin nie devot, das kann ich mir nicht vorstellen. Ich habe es wohl einmal ausprobiert, es bereitet mir aber einfach keine Freude."

Schauspielerin und Künstlerin

SM wird immer ihre Leidenschaft bleiben und somit wird sie es immer ausleben. Momentan widmet sie sich in ihrem Leben jedoch der Kunst. Vanessa Newton ist seit 20 Jahren auch als Schauspielerin und Künstlerin tätig, nun auch Autorin, Moderatorin und Malerin im Einsatz. Zudem setzt sie sich bei diversen Charity- Events für hilfsbedürftige Tiere und Menschen ein.


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