Aufruhr: Die Drum and Bass-Szene der City bebt!  (Bild: Philipp Lipiarski / Thinkstockphotos.de)

Aufruhr: Die Drum and Bass- Szene der City bebt!

Was ist bloß los in der Wiener Drum and Bass Szene? Riesige "Shit- Storms", Anti- Gruppierungen und Hass- Postings fegen durch das soziale Netzwerk Facebook gegen den geplanten 1. Wiener Drum and Bass Ball, der im Jänner im Palais Auersperg stattfinden soll. "Gefaktes" Line- Up, "überteuerte Verarsche":Die Schikanen gegen die Veranstaltung sind enorm, doch was steckt dahinter? City4U traf Veranstalter Thomas S. (24) und fragte sowohl bei ihm als auch bei der "Gegenseite" nach:

# Line- Up Debakel und "Shit- Storms"

Thomas S. ist Veranstalter des 1. Wiener Drum and Bass Ball und momentan Zielscheibe einer ganzen Gruppe von "Hatern", die auf Facebook gegen ihn und sein Event eifrig wettern. Angefangen publik zu werden hat das Ganze nach der Veröffentlichung eines Line- Ups, in dem PRSPCT und danach AK1200 angekündigt wurden, wobei PRSPCT auf Facebook allerdings schließlich sogar von der Veranstaltung abriet. (Das Thema zum Line- Up hat VICE bereits veröffentlicht: HIER geht's zur Story) Dieses Debakel führte soweit, dass es in der "Anti"- Veranstaltung zur Äußerung grosser Ärgernisse kam und in der offiziellen Veranstaltung ein "Shit- Storms" losbrach. "Mäßig professionell" findet Thomas S. den ganzen Ablauf und auch ihm sieht man den Ärger an.


# Fühlt sich persönlich angegriffen

Einen privaten Hintergrund - das Liebes- Aus mit seiner Freundin - vermutet Thomas S., gegen den in der Szene fleißig gepostet wird: "DJs sind aus persönlichen Gründen abgesprungen, was definitiv nicht in ein Business wie dieses gehört - Geschäft sollte Geschäft bleiben!" Theo E. (16), Unterstützer der "Anti"- Seite, gab uns auf die Frage nach persönlichen Motiven dieses Statement: "Als die 'Gegen'- Veranstaltung erstellt wurde, war niemandem klar, wer der Veranstalter vom Wiener Drum & Bass Balls ist, bis er begonnen hat, den Inhabern der 'Anti'- Seite mit Anzeigen zu drohen!" Als Beweggründe nennt der Jugendliche das Löschen und Ignorieren von Kritik sowie bereits beschrieben die "fälschlich" angekündigten Acts und den Eintrittspreis.

# Drum and Bass auch einmal in schöner Location

"Man kann auch einmal 'schön' Party machen", erklärt Thomas S. und das kostet nun einmal gewisse Summen. Auf die Frage nach den so kritisierten Eintrittspreisen äußert sich der Veranstalter in Bezug auf die extravagante Location des Palais' Auersperg, wo die Fans des Drum and Bass einmal "etwas anderes erleben sollen als im Fluc" und dies hätte nun einmal seinen Preis. Sorgen um den Kartenverkauf macht er sich allerdings nicht: "Momentan ist natürlich eine kleine Flaute - das schreibe ich der negativen Bewegung zu, allerdings verkünden wir am 1. Oktober unser neues, fixes Line- Up und ab dem Zeitpunkt wird das Interesse sicher wieder zur Genüge vorhanden sein!"

# Löschen von Kommentaren muss sein

Auf das Erzürnen der "Anti"- Seite über das Löschen von Kommentaren und "angedrohte Anzeigen" äußert sich Thomas S. erklärend: "In jedem Unternehmen werden negative Kommentare begrenzt, um einem Shit- Storm vorzubeugen und eine 'Anti'- Veranstaltung zu gründen, in der Rufschädigung betrieben wird, ist nicht professionell!"

# Private Telefonnummern veröffentlicht

Laut Aussage von Thomas S. ging der "Hate" bereits soweit, dass private Telefonnummern von an der Veranstaltung beteiligten Personen veröffentlicht wurden. "Das ist alles andere als OK - so etwas geht eindeutig zu weit!", so der Wiener, der selbst in der Drum and Bass Szene unterwegs war und den Hass privaten Gründen zuschreibt, die über das Ziel hinausgeraten sind. "Damit haben die Veranstalter der 'Anti'- Seite nichts zu tun und ich weiß nichts von einer Veröffentlichung", reagiert Theo E. auf die Vorwürfe.

# Der Hate ist auch Werbung

Trotz des ganzen Tumults und der negativen Publicity im Web sieht Thomas S. positiv in die Zukunft. "Auch negative Werbung ist Werbung, denn ohne diesen riesigen 'Hate' wären wir vielleicht nicht bereits auf VICE und ähnlichen Portalen erwähnt worden!" Angst um einen Reinfall des Events hat der Veranstalter nicht - er ist überzeugt von seinem Konzept und den Fans, die nichts auf so viel "Hate" geben.

# Den Fans reicht's

Postings, die sich negativ über diese ganze "Schlammschlacht" äußern, häufen sich nun bereits: "Mir vergeht bei sowas das Fortgehen..", ärgert sich eine Userin in der 'Anti'- Veranstaltung. Die Szene solle zusammenhalten und nicht gegeneinander wettern. Theo E. (16) äußert sich auf die Frage, was die 'Anti'- Bewegung zur Bitte um Vernunft der User sagt, wie folgt: "Die wahre Szene hält zusammen" - die Definition der "wahren Szene" sei hier dem Leser überlassen.


# Rosenkrieg ist nicht erwachsen

Auch Thomas S. ist der Meinung, dass die Szene so erwachsen sein sollte, dass es hierbei um die Liebe zur Musik geht und kein "Rosenkrieg" veranstaltet werden muss. "Es soll einfach eine Top- Veranstaltung für die DnB Fans werden, auch wenn es Komplikationen beim Line- Up gab, muss man nicht gleich die ganze Veranstaltung in den Dreck ziehen!"


Es bleibt also spannend um den 1. Wiener Drum and Bass Ball im Palais Auersperg - bis Jänner ist noch Zeit, die Veranstaltung von allen möglichen Perspektiven zu beleuchten. Im Endeffekt bleibt jedem selbst überlassen, in welchem Licht er diese "Schlacht" sieht - bleibt nur zu hoffen, dass die Wiener Drum and Bass Szene sich von diesem Schlag erholt und bei beiden Seiten wieder Ruhe einkehrt (außer natürlich in den Boxen, die unsere geliebten Beats erklingen lassen).

val

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