So läuft's im größten Fetisch-Keller der Stadt  (Bild: Altelier Mystique)

So läuft's im größten Fetisch- Keller der Stadt

In Wien wird gefesselt, dominiert und unterworfen - nicht nur zu Hause, sondern auch in dafür eigens gemieteten Räumlichkeiten - zum Wohlgefallen aller Beteiligten. City4U hat sich im größten BDSM- Keller der Stadt umgesehen ...

Das Atelier Mystique umfasst auf rund 200 Quadratmetern einen Salon, ein großes "Spielzimmer", wie es Inhaberin Esther liebevoll bezeichnet, sowie - abseits von sanitären Nebenräumen - ein großes Kellergewölbe mit Zelle. Damit bildet es wohl eine der best ausgestattetsten Locations der Stadt in Sachen Fetisch sowie BDSM und ob der Vielzahl an Gerätschaften, Tools und Toys entsprechend manigfaltige Möglichkeiten.

"Seile, Klammern, Lack und Leder"

Gleich zu Beginn zeigt sich etwa ein alter Operationstisch aus den 50er Jahren - "definitiv ein echtes Schnäppchen!", wie Esther stolz erzählt - daneben eine Vielzahl an Seilen, Haken und Klammern, sowie Hänge- Vorrichtungen, Lack- und Leder- Masken, Stachel- Handschuhe, einen Sling (eine Art Liebesschaukel), Schröpf- Sets oder Geräte zur Elektro- Stimulation.

Am beeindruckendsten jedoch das Keller- Gewölbe, nur wenige Stufen entfernt, beleuchtet ausschließlich durch zahlreiche Kerzen, unter anderem einem Krankenhausbett, einem Kreuz für Bondage- Spiele und einem Verlies inklusive Gittertür. "Ich bin seit Jahren in der Szene aktiv, kenne sowohl die Seite der Dom als auch des Sub, und bin entsprechend mit den Wünschen und Phantasien vertraut. Das Atelier kann wohl nahezu alle von diesen erfüllen."

"Für die SM- Szene kann die ganze Welt Bühne sein"

Entworfen hat sie das Atelier vor einigen Jahren gemeinsam mit ihrer damaligen Freundin. Und, auch wenn sich die finanzielle Erhaltung zeitweise schwierig gestaltet, hängt sie an dieser einzigartigen Institution. Zum SM- Spiel ist nicht unbedingt eine spezielle Location notwendig - "das geht praktisch überall", so Esther, die selbst gerne mal an außergewöhnlichen Orten zur Peitsche greift.

"Der Film beginnt zu laufen, sobald man durch die Türe tritt!"

Die Mindestmietdauer im Atelier beträgt zwei Stunden. Die Kosten belaufen sich auf 120 Euro, inklusive Keller auf 150 Euro. Dabei kann man sich kostenfrei aus dem vorhandenen Getränke- Kühlschrank bedienen und "wenn es mal ein wenig länger dauert ist das auch kein Problem.", so Esther. Immerhin steht der Spaß im Vordergrund. Zudem wird die Location etwa eine Stunde vor Nutzung noch einmal gereinigt, die Kerzen angezündet und Musik eingelegt. "Der Film beginnt quasi zu laufen, sobald man durch die Türe tritt".

"Etwas was nicht jeder mag, ist der elfte Peitschenschlag!"

Kurzfristige Buchungen sind grundsätzlich auch möglich. Regelmäßig veranstaltet sie selbst auch Veranstaltungen im kleinen Rahmen mit bis zu maximal 25 Personen. Bei den sogenannten "Meet & Greets" kann man sich die Location ansehen und die Inhaberin kennenlernen. Manchmal wird dabei auch gespielt. Wenn man möchte.

Die ehemalige Vorsitzende der Libertine (Anmerkung Redaktion: Die älteste SM- Vereinigung im deutschen Sprachraum) ist mit etwa 19 Jahren selbst in die SM- Szene gekommen. "Wie genau es dazu kam, weiß ich nicht mehr. Grundsätzlich ist SM aber etwas, was wohl jeder auf eine gewisse Art und Weise betreibt. Kleine Fesselspiele, individuell unterschiedliche Spiele mit der Macht, Psychospiele oder kleine Hiebe. Und - Mir hat das halt auch schon immer gefallen."

"In Wien gibt es viele, kleine SM- Events"

Die Szene in Wien beschreibt sie als recht groß und vielfältig, mit einem deutlichen Unterschied zu Deutschland. "Während es bei uns viele kleine Events gibt, gibt es dort auch Get- Together mit vielen hundert Leuten." In beiden Ländern gleich ist jedoch der bewusste Umgang mit Sexualität in der Szene. "Man spricht seine Wünsche offen an um entsprechende Befriedigung zu erhalten, akzeptiert jedoch jede einem vorgesetzte Grenze, auch aus Verantwortungsbewusstsein gegenüber seinem Mitspieler oder seiner Mitspielerin."

Zahlreiche Angebote

Solche Mitspieler finden sich vor allem durch die neuen Medien leichter als früher. Waren damals nur Kontaktaufnahmen via Anzeigen in Printmedien, mit entsprechend langer Vorlaufzeit, möglich, so gibt es heute zahlreiche Treffen und Websites die ein Portal für genau so etwas darstellen. Das in Wien bekannteste, fetishpoint.at, wird auch von Esther betreut. Neben einem Terminkalender betreffend dem Atelier findet sich auch eine Veranstaltungs- Übersicht sowie eine Kontaktbörse für SM- Liebhaber.


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