Wiener Sängerin: „Ich liebe eben Frauen. Na und?"  (Bild: YouTube)

Wiener Sängerin: „Ich liebe eben Frauen. Na und?"

Sie war die meistgespielte Sängerin in Österreichs Radios, als beste Künstlerin des Jahres beim Amadeus Music Award nominiert, jetzt erscheint ihr zweites Album "One" . Was darauf überrascht? Virginia Ernst  (26) geht im Clip mit einer Frau im Bett zur Sache. Und macht ihre Homosexualität damit deutlich. Ein Outing? City4U sprach mit der Wiener Popsängerin.

"Sex ist, was wir gemeinsam haben, Liebe möchte ich fühlen. Ich brauche deine Küssen nicht, sondern echte Liebe. Du hast mich verhext, du Hure…"

Die Zeilen stammen aus Virginia Ernst neuer Single "Not A Love Song", in dessen Video- Clip sie erstmals ihre Liebe zu einer Frau öffentlich macht. Heiße Sex- Szenen im Bett, pure Leidenschaft zwischen zwei Frauen, alles ästhetisch in Schwarz- Weiß gehalten - ein verführerisches Spiel, dazu die gewohnt rauchige Rockstimme Virginias. Selten, dass eine österreichischer Popsängerin ihre Homosexualität so öffentlich inszenierte. Und damit polarisiert. Ein bewusster Schritt?

Sex, Küsse & Leidenschaft - im Bett mit einer Frau

"Österreicher sind sehr prüde, also dacht ich mir: Warum nicht einmal etwas machen, wo alles sagen: Oh mein Gott - was ist das jetzt!", lacht Virginia Ernst gegenüber City4U. "Mit meinem Clip, in dem ich beim Sex im Bett mit einer Frau zu sehen bin, gedreht haben wir übrigens im 25h Hotel, will ich absichtlich provozieren!"

Seit ihren Anfängen im Musik- Business hat Ernst nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie lesbisch ist. Die Wienerin, die als Eishockey- Profi jahrelang in Schweden lebte, kennt auch die Situation in anderen Ländern: "In Schweden etwa geht man mit dem Thema ganz cool um: Da wird man nicht schräg angesehen, wenn man eine Frau küsst und eine Familie gründet. Das ist dort normal."

"Wien hat zwar Ampelmännchen, aber das war’s an Toleranz…"

Ernst übt auch Kritik. "Wenn man anders ist in Österreich, ist man gleich verpönt. Wir haben hier zwar lesbische Ampelmännchen, aber sonst? Gut, nach dem Sieg von Conchita Wurst beim Song Contest 2014 waren wir plötzlich alle so tolerant. Aber ich merke heute nicht mehr viel davon… Nur meine Fangemeinde, die besteht wohl aus den tolerantesten Menschen ganz Österreichs. Es sollten mehr sein!"

"Scheiß Homos!"

Seit zwei Wochen ist ihr Clip "Not A Love Song" online, die Reaktionen darauf sind unterschiedlich. "Viele Männer kommen auf mich zu und sagen, dass sie ihn scharf finden. Aber natürlich gibt’s auch jede Menge negative Kommentare. Mir ist schon klar, dass ich mir jetzt eine dicke Haut zulegen muss. Viele mögen es gar nicht, wenn zwei Frauen schmusen. Sie sagen: "Scheiß Homos" oder sie finden einfach meine Musik schlecht."

Hochzeit mit Freundin

Privat ist Virginia Ernst seit einem Jahr in einer fixen Beziehung. Demnächst wird geheiratet. "Meine zukünftige Frau habe ich beim Fortgehen im Volksgarten kennengelernt. Vor mir war sie sieben Jahre mit einem Mann zusammen. Als ich sie gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich sie heiraten will. Zwei Wochen nach unserem Kennenlernen, machte ich ihr einen Antrag! Und ja, wir wollen Kinder haben, und das werden wir auch!"

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Redakteurin
Anna Richter-Trummer
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