Statt Lack und Leder: Neue Outfits für die Post  (Bild: (c) Marina Hoermanseder)

Statt Lack und Leder: Neue Outfits für die Post

Marina Hoermanseder kleidete schon Prominente wie Lady Gaga und Co. ein, jetzt hat der Shooting- Star der Modeszene einen neuen Mega- Coup gelandet: Die 30- jährige Wienerin designte die neue Dienstkleidung der österreichischen Postbeamten. City4U hat die ersten Bilder des neuen Looks.

Video: APA

Nicht nur Stars wie Lady Gaga und Rihanna zeigen sich begeistert von den Designs von Marina Hoermanseder, zukünftig werden auch die Postbeamten Österreichs in ihrem neuen Look für Staunen sorgen. "Die Post hat mir geschrieben, dass sie neue Uniformen machen wollen und ob ich Interesse daran hätte, diese zu designen. Natürlich habe ich gleich ja gesagt. Und dann sind wir uns schnell einig geworden. Meine wichtigste Bedingung war dabei, dass ich einen Tag mitarbeiten kann, damit ich weiß, womit ich zu tun habe. Ich wollte nichts designen, wo ich mich nicht auskenne!", so Marina Hoermanseder im City4U- Talk.

"Ein Kindheitstraum ist wahr geworden"

"Der Tag war großartig! Ein Kindheitstraum ist quasi wahr geworden. Ebenso ist mir jedoch auch bewusst geworden, wie hart so ein Job sein kann. So nimmt man es etwa als selbstverständlich, dass man jeden Morgen seine Briefe rechtzeitig im Postkasten hat. Das dafür jedoch Leute, teilweise unter extremen Bedingungen, wie etwa bei Hagel oder Schneefall, dafür arbeiten müssen, ist kaum sichtbar. Sehr schnell war mir daher klar, dass bei dieser Kollektion die Funktion mindestens ebenso wichtig sein wird, wie das Design."

Hoermanseder hat sich mit dem Job und der Tätigkeit intensiv auseinander gesetzt, war im Innen- sowie Außeneinsatz tätig. "Schlussendlich haben wir die wohl wirklich geilsten Materialen gewählt, durch die der Arbeitsalltag vielleicht sogar noch etwas einfacher wird. Die Kleidung der Außenmitarbeiter ist luftdurchlässig, windabweisend, regenabweisend, schnell trocknend, geruchsabweisend und vieles mehr." Ebenso wurde versucht, durch verschiedene Funktionen noch zusätzliche Highlights zu schaffen. "Wie etwa eine Kaputze, die man vorne an die Kappe klippen kann, damit sie nicht davon weht oder Jacken, die schnell ausgezogen und als Rucksack getragen werden können."

Wiener Schickeria

Bei den Filialmitarbeitern hatte man auch mehr Möglichkeiten beim Design. "Hier haben wir auch ein wenig die Wiener Schickeria miteingearbeitet. Die Herren tragen Hemd und Krawatte, auch schöne Manchettenhemden, die Damen Blusen sowie ein Halstuch. Dieses ist angelehnt an ein Hermes- Tuch mit einem Stempel mit den Bundesländern drin, sowie meinem Logo."

Eine Veränderung. "Die neuen Outfits sind schick und modern, treffen den Zeitgeist und bieten Komfort. Sie sind nicht zu vergleichen mit der Kleidung davor."

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Die Zusammenarbeit beschreibt die Designerin vor allem auch mit dem Wort "spannend": "Ich habe sehr viel lernen können - über Materialien, die unter speziellen Bedingungen funktionieren müssen. Als Designer macht man ja normal auch sehr viel zwecks Show- Effekt. Hier ging es wirklich um die Komfortibilität. Wichtig war mir nur, dass "meine Schnalle", mein Markenzeichen, auf den neuen Designs implementiert wird."

Für die Post laut Hoermanseder "kein Problem". "Die Zusammenarbeit war wirklich stets auf Augenhöhe und eigentlich waren wir uns auch immer sehr einig in unserem Tun. Auch in Punkto Schnalle. Ich hatte das Gefühl, dass es nicht nur mich stolz machte, nun die neuen Uniformen gestalten zu können, sondern dass man umgekehrt auch stolz war, dass ich die Designerin bin."

"Gelb" als Inspiration

Inspiriert hat sie dabei wohl offentlich die Farbe Gelb. "Natürlich war es auch Teil der CI- Vorgaben, das Gelb erhalten zu lassen. Entsprechend tat ich das auch. Und irgendwie hat genau das mich dann wohl auch inspiriert. Dazu kamen noch schwarze Akzente."

"Ich werde wahrscheinlich zu weinen anfangen"

"Ich werde wahrscheinlich zu weinen anfangen", antwortet Hoermaneder auf die Frage, wie sie wohl reagieren wird, wenn sie das erste Mal jemanden in ihrem Outfit arbeiten sieht. "Für mich ist das wirklich ein ganz ein emotionales Thema. Auch ob dessen, dass die Outfits der Post einfach schon extrem lange existieren. Ich darf hier nun quasi österreichische Geschichte mitschreiben. Vor allem auch, weil die Post noch nie mit einer so progressiven Designerin wie mir zusammengearbeitet hat."

Gerne würde sie nun auch Hotel- oder Supermarkt- Ketten neu einkleiden. "Tatsächlich kommen, auch dank der Zusammenarbeit mit der Post, immer mehr Angebote auf mich zu und ich werde mehr und mehr auch zum Gesprächsthema im Corporate Fashion Bereich."

"Das Angebot an Mode ist zu groß um sich unvorteilhaft zu zeigen"

Ihr persönlicher Fashion- Tipp ist übrigens ganz simpel: "Der einzige Mode- Fauxpas, den es gibt, ist jener, nicht zu seiner Fashion- Auswahl zu stehen! Meine Mama steht etwa immer felsenfest hinter ihrem Look, auch wenn mir dieser manchmal so gar nicht zusagt. Aber, ob ihrer Überzeugung, kann ich dann irgendwie auch gar nichts mehr dagegen sagen."
Und, die wohl wichtigste Mode- Frage: "Passt das Kleidungsstück zu mir, meinem Typ und meiner Figur?" Denn es gilt: "Das Angebot an Mode ist zu groß, um sich unvorteilhaft zu zeigen."


Für all jene, die gerne einmal etwas von Marina Hoermanseder tragen würden: Ab Mitte September gibt es eine Auswahl ihrer Stücke auch in der Kärntnerstraße und Mariahilferstraße bei Peek & Cloppenburg zu erstehen. "Etwa Taschen aus Canvas. Also nicht nur vegan, sondern auch preislich leistbar."

Privat ist die Designerin übrigens "keine Partymaus". Wenn sie in Wien fortgeht, dann jedoch "am liebsten ins Techno- Cafe!" Ansonsten trifft man sie wenn, an der Hotelbar an.


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Redakteurin
Julia Ichner
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