"Passengers hätte in Wien gedreht werden sollen"  (Bild: @2016 CTMG)

"Passengers hätte in Wien gedreht werden sollen"

Sie ist die zentrale Service- und Anlaufstelle für Dreharbeiten in Wien und unterstützt nationale und internationale Filmproduktionen. Jetzt übt die Geschäftsführerin der Vienna Film Commission, Marijana Stoisits, Kritik: Internationale Produktionen würden ins benachbarte Ausland ausweichen, der Filmstandort Österreich sei damit als solcher gefährdet...

Der Hollywood- Streifen Passengers ist der Kino- Hit im Jänner, was die wenigsten wissen: Der Kassenschlager mit Stars wie Jennifer Lawrence, Chris Pratt und Michael Sheen hätte  auch in Wien gedreht werden sollen. "Ich hatte mit der Produktionsfirma wochenlang Kontakt, man wollte am WU- Campus drehen", so Stoisits. Doch leider, wie so oft, wurde in letzter Sekunde abgesagt.


Nach Jahren mit Höhepunkten wie "Mission: Impossible - Rogue Nation" mit Tom Cruise, "Woman in Gold" mit Helen Mirren und Ryan Reynolds sowie  dem Bollywood- Blockbuster "Ae dil Hai Mushkil" mit Anushka Sharma blieb es im achten Jahr ruhiger. Stoisits: "Vergangenes Jahr hatten wir keine großen Blockbuster- Produktionen." Und auch  heuer  gibt es noch keine fixen Planungen.


Den Grund dafür sieht Stoisits in einer falschen Politik: "In Österreich stehen nur 1,5 Mio. Euro an internationalen Fördergeldern zur Verfügung, das ist weltweit gesehen ein Tropfen auf den heißen Stein." Selbst Ungarn, Tschechien oder die Slowakei unterstützen Filmproduktionen mit 25 Prozent und mehr der anfallenden Produktionskosten, der Fördertopf ist nach oben nicht begrenzt.


In Österreich werden nur internationale Filme mit einem Produktionsbudget von mindestens acht Mio. unterstützt. "Alle Indie- Kinomacher fallen damit schon mal weg." Ein großer Schaden sei das für das Filmland Österreich. Stoisits: "Wir haben immer wieder Anfragen aus Hollywood und Bollywood, aber stets verbunden mit der Frage nach Geld. Andere Länder überbieten sich gegenseitig mit den Zuschüssen. Denn die Investition in Filme rechnet sich allemal, fließt doch vier Mal mehr Geld ins Land als vom Staat investiert wird." Und: "Wird Wien als Schauplatz in Filmen gezeigt, ist  dies eine unbezahlbare, touristische Werbung!"

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Redakteurin
Anna Richter-Trummer
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