In Kürze: Wiener will Nordkanal durchqueren  (Bild: Josef Köberl)

In Kürze: Wiener will Nordkanal durchqueren

In der Vergangenheit hat Josef Köberl (40) einige harte Schwimmerfahrungen gemacht. Darunter die Durchquerung des Ärmelkanals sowie zwei Mal die "Ice Mile", 1.609,8 Meter bei unter fünf Grad Wassertemperatur. Nun steht er in wenigen Tagen erneut vor einer großen Herausforderung: Die Durchquerung des Nordkanals. City4U hat vorab mit dem Wiener Extremsportler gesprochen.

Der Nordkanal liegt zwischen Nordirland und Schottland, 35 Kilometer breit und hat eine Wassertemperatur von 12- 14 Grad. Der 3- fache WM- Teilnehmer Josef Köberl plant, diesen ohne Neoprenanzug zu durchschwimmen. Neben Quallen aller Art, wie etwa der Portugiesischen Galeere, welche zum Show- Stopper werden können, besteht ob der Temperatur vor allem die Gefahr einer Unterkühlung.

Nur 43 Menschen haben bis dato den Nordkanal durchquert

Seine Qualifikation für die Durchquerung hat er bereits vor einigen Wochen mit Bravour gemeistert. "Hier galt es, acht Stunden im Meer mit wechselnden Gezeiten, starkem Wind und sechs Stunden Dauerregen im 13 Grad kalten Meer zu überstehen.", so der Wiener. Köberl schaffte dabei 20 Kilometer und konnte, durchfroren aber glücklich, seine Starterlaubnis entgegennehmen.

"Mein Ziel ist es, alle großen Kanäle der Welt zu durchqueren. Insgesamt gibt es sieben davon. Das ist nun mein zweiter Kanal und sicherlich auch der kälteste und für viele der Schwierigste. Nur 43 Menschen haben die Durchquerung bis dato geschafft."

12- bis 14- Stunden- Schwimmen

Sein Slot für die Durchquerung des Nordakanals ist zwischen 15. bis 20. Juli angesetzt, je nach Wetterlage wird gestartet. "Aktuell schaut es so aus, wie als würde es Sonntag oder Montag los gehen. Ich schätze, dass ich für den Kanal zwölf bis 14 Stunden benötigen werde. Der Nordkanal ist etwa zwei Kilometer länger als der Ärmelkanal, wobei die Strömungen nicht so stark sind. Da musste ich ja letzendlich 42 Kilometer schwimmen. Das sollte bei diesem Kanal besser gehen und entsprechend sollte ich auch Zeit einsparen können."

Anders als bei vielen andere Profi- Sportler, war Schwimmen nicht von Beginn an seine Berufung. "Früher war ich Langstreckenläufer, aber das hat mir nicht mehr gefallen. Nun schwimme ich. Dabei bin ich ja eigentlich ein schlechter Schwimmer." Josef Köberl lacht. "Also zumindest im Verhältnis mit den Spitzensportlern in diesem Bereich. Aber, es hat mich in den Bann gezogen. Man kommt mit der Länge die man schwimmt in eine Art Trance und das is ein herrliches Gefühl, man ist extrem frei."

Fundraising zur Sponsoren- Suche

Um die Finanzierung seiner Unternehmungen muss sich der Sportler stets selbst kümmern. Nachdem ihm beide der für die Durchquerung des Nordkanals eigentlich fixierten Sponsoren vor wenigen Wochen abgesprungen waren, startete er vor drei Wochen eine Fundraising- Aktion. Mit Erfolg. "Die Kosten liegen bei knapp 7.000 Euro. Die Sponsoren- Suche via Fundraising hat Gottseidank ganz gut funktioniert. Ich habe bereits knapp 5.000 Euro sammeln können." Sein Begleitboot alleine kostet etwas über 2.000 Euro.

Jahrelange Vorbereitung

Die Vorbereitungszeit, vor allem auf die kalten Temperaturen, beträgt Jahre. "Ich schwimme stets in wirklich eiskaltem Wasser. Der Körper speichert diese Erfahrung, also die Schmerzen auf der Haut." Gefahrlos ist es dennoch nie. "Nach sieben bis acht Stunden tun die Schultern weh, die Unterarmmuskulatur ist extrem steif und man kämpft gegen einen Krampf. Trotzdem ist es währenddessen ein herrliches Gefühl!" Die Leidenschaft treibt an.

"Ich habe noch einiges vor!"

Entsprechend positiv blickt er auf sein Unterfangen: "Würde ich nicht glauben, dass ich es schaffe, würde ich es nicht machen!" Köberl lächelt. Und, auch für die Zeit danach hat er schon einiges geplant, ein Ende seiner Abenteuer ist noch lange nicht in Sicht.

"Der älteste Mensch, der den Ärmelkanal durchschwommen hat war, glaube ich, 78 Jahre alt. Entsprechend habe ich noch Zeit. Nach dem Nordkanal steht Gibraltar auf dem Programm. Das ist der kürzteste und damit wohl der einfachste Kanal. Dann geht es an die langen Distanzen. Vielleicht mache ich auch mal zwei Kanäle in einem Jahr. Japan, Neuseeland und so weiter. Dazu muss ich halt vorher wieder die Finanzierungen klären. Ein Begleitboot in Japan kostet beispielsweise alleine schon fast 5.000 Euro."

Ein Leben abseits der Kanäle? "Gibt es!", meint Köberl überzeugt, um dann lachend hinzuzufügen: "Es gibt ja auch andere Herausforderungen! Wie etwa die Donau der Länge nach zu durchschwimmen!"

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Redakteurin
Julia Ichner
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