"Facebook wär' in Wien auch nie gefördert worden"  (Bild: KRONEN ZEITUNG)

"Facebook wär' in Wien auch nie gefördert worden"

Zwei Wiener Jungunternehmer, 17 und 19 Jahre alt, sind mit ihrem Internetunternehmen "Taskrookie"  dabei, von Österreich aus Unternehmergeschichte zu schreiben. Ihre Plattform, dank der sekundenschnell jegliche Aufgaben erledigt werden können, vom Bügeln zum Putzen, Flyer verteilen etc., wird noch heuer in Wien, Berlin und München gelauncht. In vier Jahren wollen sie eine Community von 30 Mio. Usern erreicht haben. Warum alles im Garten der Oma begann, wie sich ihr Tech- Start- up mit der Schule vereinbaren lässt und warum sie Kritik an Wiens Förderstellen üben: City4 traf Taskrookie- Masterminds Nikolaus Bauer (19) und Constantin Weiland (17) zum Talk...

Auf Social- Media habt ihr mit euren "Crazy Task Mondays" bereits für einen Mega- Hype gesorgt, nun launcht ihr Ende März eure APP "Taskrookie". Wie funktioniert’s?

Nikolaus Bauer: Beim "Crazy Task Monday" haben wir die verrücktesten Tasks, etwa Flyer via Parcour- Runner für Masters of Dirt zu verteilen, gefilmt und online gestellt. Unglaublich, wie rasch sich das auf Facebook verbreitet hat. "Taskrookie" hat an sich zum Ziel, rasch Hilfe für dein Problem in deiner Umgebung zu finden. "Task" steht für "Aufgabe". "Rookie" für "Anfänger": Jeder kann eine Aufgabe, etwa "Suche DJ für Party", "Programmiere meine Homepage", "Hilfe beim Umzug" posten, unser Programm schickt dies an alle in seiner Nähe, und man bekommt rasch seine Arbeit getan.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?

Constantin Weiland: Meine Oma brauchte Hilfe im Garten und ich hatte keine Zeit. Ich dachte: Warum gibt es eigentlich keine Online- Hilfe für meine Oma, damit sie rasch jemanden findet, der ihr den Garten umsticht? Das war der Anfang von "Taskrookie".

Nikolaus Bauer: In Sekundenschnelle jemanden zu finden, der dir hilft, dafür waren die technischen Herausforderung an unsere Programmierer enorm. Nun haben wir ein Team von sieben Leuten. Einen Investor. Ende März starten wir in Wien durch. Im Mai geht’s in Berlin los, im September erobern wir München. Ende 2017 wollen wir 60.000 erledigte Aufgaben via "Taskrookie" haben.


Constantin, du gehst noch zur Schule. Gleichzeitig bist du mit 17 Jahren Chef von sieben Mitarbeitern. Der älteste ist 41 Jahre alt. Wie geht das zusammen?

Constantin Weiland: Von der Schule lauf ich ins Büro, manchmal muss der Unterricht auch ausfallen, kein Problem, ich bin ein guter Schüler. Und zum Office: Kompetenz hat mit Alter nichts zu tun. Wir verstehen uns als Team.

Findet ihr Unterstützung?

Nikolaus Bauer: Leider wurde uns von Seiten öffentlicher Förderstellen der Stadt immer gesagt, unser Internetprojekt würde niemanden interessieren und sei nicht förderungswürdig. Wir haben alles aus eigener Tasche bezahlt. Wahrscheinlich hätte man das auch Mark Zuckerberg mit Facebook in Wien gesagt, wenn er um Förderung in seinen Anfängen angefragt hätte - heute weiß man, wie groß sein Erfolg ist!

Helfen euch Lehrer?

Nikolaus Bauer: Mit meiner Englischlehrerin treffe ich mich noch heute, die kommt aus den USA und verstehen meinen Unternehmergeist. Alle anderen Lehrer haben mir immer gesagt: Ihr müsst lernen, sonst werdet ihr einmal nichts und bekommt keinen Job. Was ich mit "Taskrookie" mache und wie wir damit Geld verdienen, haben wohl die wenigsten verstanden.

Wo habt ihr euch kennengelernt?

Constantin Weiland: Mit 14 Jahren beim Fortgehen im "Wohnzimmer", nach einer Polizei- Razzia (lacht). Wir haben uns sofort gut verstanden. Wir kommen beide aus Familien in denen die Eltern selbständige Unternehmer sind, also war es auch für uns naheliegend. Wir kennen die Herausforderungen und wissen, wie man sich im heutigen Zeitalter richtig vernetzt. Unsere Welt wird immer digitaler, unser Tech- Start- up hat beste Chancen, einmal ganz groß zu werden.

Was sind eure Ziele?

Nikolaus Bauer: Im März kann jeder auf unserer Webpage seine "Tasks", also Aufgaben, posten und findet sofort eine Lösung. Erstmals gilt das nur für den Großraum Wien. Im Mai kommt unsere App raus. Zeitgleich starten wir mit einem eigenem Büro in Berlin durch. Im September dann in Berlin. Ende 2017 wollen wir 60.000 Tasks erledigt haben. 2021 sollen 30 Millionen Taskrookie benutzen. Wer nicht groß denkt, kann nie groß werden. Wir haben keine Angst!

Was meint ihr? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Redakteurin
Anna Richter-Trummer
Kommentare