Donauinselfest-Chef: "Komatrinken ist out!"  (Bild: Florian Wieser / Andreas Jakwerth)

Donauinselfest- Chef: "Komatrinken ist out!"

Thomas Waldner (31) ist bereits seit drei Jahren als Projektleiter für das Donauinselfest zuständig, auf dem jährlich über 3,3 Millionen Besuche verzeichnet werden. 1500 Mitarbeiter sind auf dem 4,5 Kilometer langen Festivalgelände tätig und Thomas hat alles unter Kontrolle. Ob er da nicht doch auch einmal mitfeiert und über den Durst trinkt? City4U stellt die Fragen, die euch interessieren:

# Das Leben als Projektleiter des Donauinselfests: Wie lebst du? Hat das dein Leben verändert?

Ich gehe noch lieber auf Festivals und hole mir überall Inspirationen, was wir am Donauinselfest noch besser machen können. Natürlich hat man immer ein bisschen einen kritischen Blick, freut sich aber total, wenn Veranstaltungen gut laufen und klopft dem Veranstalter imaginär auf die Schulter - man steckt ja in derselben Haut.


# Feierst du auf deiner Veranstaltung auch selbst mit?

Als Projektleiter trage ich die Verantwortung für die reibungslose Abwicklung des Donauinselfests und da muss ich einen kühlen Kopf bewahren. Gefeiert wird am Sonntag, wenn alles vorbei ist und wir auf drei hoffentlich wunderbare Festivaltage zurückblicken können.

# Beim Feiern auch schon einmal zu tief ins Glas geschaut?

Wir haben vom Brauwerk der Ottakringer Brauerei seit drei Jahren ein eigenes Inselbier. Da schaue ich gerne in die Flasche (lacht). Großer Vorteil am Donauinselfest: Fast alles ist gratis - die Frage der Abrechnung stellt sich für mich selbst nicht. Für die Gastronomen wird sie immer einfacher, weil card complete mehr bargeld- und kontaktlose Zahlungsmöglichkeiten anbietet.

# Welche Veranstaltung in deinem Leben war für dich besonders prägnant?

Meine Hochzeit. Jetzt darf ich wieder als Trauzeuge für meine Schwester ihre Hochzeit organisieren. Drei Millionen Besucher am Donauinselfest sorgen schon für Gänsehaut, aber wenn sich zwei Menschen das Ja- Wort geben, kribbelt es wirklich.

# Hattet ihr am DIF Special Acts mit skurrilen Sonderwünschen?

Da gilt einfach: Je bekannter und größer die Acts, desto unkomplizierter. Wir haben heuer unter anderem Amy Macdonald und Sportfreunde Stiller im Hilton Vienna Plaza einquartiert und mussten bis dato noch nicht das Hotel umbauen.


# Was erwartet die Gäste in den nächsten Jahren?

Das Donauinselfest wird immer internationaler. Es ist eine tolle Visitenkarte für Wien, die über die Grenzen des Landes hinaus strahlt. Ich freue mich, wenn wir noch mehr internationale Gäste begrüßen, und damit Wiens Ruf als weltoffene, moderne und trendige Metropole nach außen tragen.


# Wirst du auf der Veranstaltung oft angebraten? Wie gehst du damit um?

Ich bin so glücklich verheiratet, dass ich es wahrscheinlich gar nicht merke.


# Falls du vergeben bist: Gibt es da auch Eifersucht?

Eifersucht ist kein Thema, aber Verständnis ist ganz wichtig. Wir haben beide keinen 9- 5 Job und meine Frau weiß, dass die Wochen vor dem Fest sehr zeitintensiv sind.

# Wie sieht es bei den Gästen aus: Trinken sie oft über den Durst?

Dafür, dass wir täglich hundertausende Besucher am Donauinselfest haben, geht es wirklich sehr gesittet zu. Ich glaube, Komatrinken & Co. ist auch schon wieder "out". Zu uns kommen die Gäste doch vorrangig wegen der Musik und der Stimmung. Wir haben sogar intensiv in die Gastronomie investiert und schaffen mit den Inselgärten von Zipfer und Ottakringer kleine, ruhige Genussoasen abseits des bunten Treibens. Der Trend geht auch bei Getränken eher zu Qualität, statt Quantität.


# Thema Drogen: Wie verhaltet ihr euch, wenn ihr Gäste mit Drogen erwischt - leistet ihr Prävention?

Das Donauinselfest hat eine eindeutige Sicherheitspolitik und Hausregeln. Wir stehen in engem Kontakt mit den Sicherheitsbehörden. Drogen werden von uns nicht toleriert und wir sprechen uns ganz klar gegen Konsum aus.


# Was fällt dir beim Thema Neider ein? Hast du welche?

Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir die Kultur- und Veranstaltungsszene verbinden. Deswegen habe ich zum Glück sehr viele Verbündete, die an die gemeinsame Sache glauben und sich tatkräftig dafür engagieren.


# Möchtest du abschließend  noch etwas sagen?

"Meine Stadt, mein Fest." - Wir können echt stolz und glücklich zugleich auf Wien sein. Die Stadt und ihre Menschen sind großartig!

Wie feiert ihr am liebsten und was macht einen Projektmanager aus? Postet uns eure Meinung in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

Redakteurin
Vanessa Licht
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