Bei ImPulsTanz Wien: Beine breit auf der Bühne  (Bild: © Karolina Miernik)

Bei ImPulsTanz Wien: Beine breit auf der Bühne

Fesselnd und skurril zeigen sich die Performances von Ausnahmekünstlerin Florentina Holzinger (31). Seit sechs Jahren macht sie sich einen Namen in der Szene - mit großem Erfolg. Ihre Show "Kein Applaus für Schei*e" katapultierte die junge Österreicherin schnell ins Rampenlicht. City4U traf sie zum Auftakt ihrer Performance bei ImPulsTanz in Wien:

# Vom Betriebswirtschafts- Studium zur gewagten Bühnenperformerin: Wieso?

"BWL Studium hatte eigentlich keine Berechtigung, ist so der Klassiker für Leute, die nicht wissen, was sie machen sollen nach der Schule oder sich nicht trauen, zu machen, was sie eigentlich interessiert oder ihren Eltern eine Freude machen wollen und/oder Kindergeld behalten. Ich hab bisschen gebraucht, um zu machen, was mir Spaß macht. Ich wollte echt nie auf einer Unibank vor mich hinvegetieren."

# Vor drei Jahren bist du bei einem Bühnenunfall mehrere Meter von der Decke geflogen: Wie hat das Ereignis dich geprägt?

"Es hat mein Gebiss nachhaltig geprägt. Und Stoff für meine Show 'recovery'."


# Manche würden vielleicht fragen, wieso du deinen Zahn nicht ersetzt: Ist das eine "Narbe", die du mit Stolz trägst?

(lacht) "Nein, echt nicht. Jetzt ist es vielleicht grad noch cute, aber nicht mehr in fünf Jahren. Ganz ehrlich, ich schaffs nicht zum Zahnarzt. Das is auf meiner Prioritätenliste einfach grad ganz hinten ;( Direkt hinter 'facial fillers'."

# Nun bist du eine Kämpferin - wurdest du für diese Entscheidung manchmal schief angeschaut?

"Man wird als Kämpferin geboren. Es hat sich noch nie jemand getraut, mich schief anzusehen." (lacht)

# Woher nimmst du deine Inspiration für deine (Freak- )Shows?

"Klarerweise beeinflusst mein Umfeld mich stark und meine Beobachtungen bezüglich dem aktuellen Zustand der Menschheit."

# Provozierst du bewusst, um Aufmerksamkeit zu erregen?

2Man muss da echt diskutieren, was Provokation genau bedeutet.

Eine gewisse Art der Herausforderung ist wichtig im Theater. Das Publikum ist ja nicht zwangsläufig vertrottelt, das heißt, man muss die auch nicht so behandeln. Nicht alles muss vorgekaut werden, mein ich. Mit Aufmerksamkeit hat das nicht so viel zu tun- mehr mit guter oder schlechter Kunst? (grinst) Aber es gibt definitiv undenklich viele Spielarten der Provokation und es wird definitiv als Wort von der Promo Maschinerie überbewertet."

# Gibt es für dich eine Grenze bei der Performance?

"Ja einige: zum Beispiel, dass jemand auf die Bühne scheisst und die Scheisse dort länger als 5 Minuten liegen bleibt."

# Ist Wien in Sachen Tanz, Kunst und Kampf weltoffen?

"Wien hostet das größte Tanzfestival Europas. Performance hat eine gewisse Vorgeschichte hier kunstgeschichtlich - das heißt, da ist bei gewissen Generationen mehr Offenheit als anderswo. Ob Österreich gute professionelle Kämpfer hervorbringt? Zweifelhaft."

# Was macht Wien für dich besonders?

"Die Burschenschaft Hysteria."

# Das Wiener Nachtleben: Feierst du gerne in den Clubs?

"Ja. Am liebsten gehe ich in der Lugner City ins Mai Kai (Karaoke)!"

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Redakteurin
Vanessa Licht
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