„Ein Raucher im Club kostet 100.000 Euro!“  (Bild: thinkstockphotos.de)

„Ein Raucher im Club kostet 100.000 Euro!“

"Wenn ein einziger Gast im Club raucht, kann das bis zu 100.000 Euro kosten. Pro Tag!" Jürgen Lutz vom Lutz  weiß, wovon er spricht. Wurde er doch Zielscheibe eines umtriebigen Anwalts, der den Verein "Initiative für fairen Wettbewerb in der Gastronomie" vertritt. Hintergrund: Rauchen in Clubs ist verboten, wer sich nicht daran hält, wird vor Gericht gezerrt und mittels Beugestrafen in seiner Existenz bedroht …

Wie schwer es ist, in Clubs das Rauchen zu unterbinden, kann jeder bestätigen, der schon einmal ein Event in entsprechender Größenordnung durchgeführt hat. Dennoch ist es die Pflicht des Betreibers, dafür Sorge zu tragen. Denn das Gesetz erlaubt Rauchen zwar als Ausnahmeregel in Nebenräumen (den sogenannten "Raucherkammerln"), aber eben nicht überall in Clubs. Wer sich nicht dran hält, habe gegenüber anderen, den "Braven", einen Wettbewerbsvorteil. Und dass sich damit prächtig Geld verdienen lässt, beweist ein findiger Wiener Anwalt, der seit Monaten "schlimme" Clubs und Bars mittels Beugestrafe in Höhe tausender Euro bedroht - um sich dann schließlich "außergerichtlich" zu einigen...

Undercover im Club

So geschehen etwa jüngst im lutz auf der Mariahilfer Straße, wie Geschäftsführer Jürgen Lutz berichtet: "Wir bekamen einen Brief vom Anwalt mit dem Vorschlag 900 Euro an Interventionskosten zu überweisen, ansonsten würden er uns vor dem Handelsgericht klagen, weil wir das Rauchen im Club zuließen und damit einen Wettbewerbsvorteil hätten." So geschehen auch im Club Passage, dessen Betreiber sich mit einer Forderung in der Höhe von kolportierten 80.000 Euro konfrontiert sah, die vom Handelsgericht Wien als Beugestrafe verhängt wurden. Alles auf Initiative des Anwalts, der immer wieder "undercover" im Club feiert, und - zu seiner Freude muss man beinahe sagen - immer wieder rauchende Party- Gäste vorfand und diese Vergehen mit hunderten Fotos akribisch dokumentierte…

Ein derartiger Rechtstreit und die damit verbundenen Kosten sind für einen Gastronomen unfinanzierbar und das Risiko existenzbedrohen", so Lutz. Im Endeffekt wurde eine außergerichtliche Lösung gefunden: Der Club Passage zahlte dem Anwalt eine nicht genannte Summe, dafür "gibt er eine Ruhe."


100.000 Euro Strafe für eine Zigarette


Jürgen Lutz sieht, wie zahlreiche Clubkollegen, die Klagedrohungen des Anwalts haptsächlich als ein juristisches  "Geschäftsmodell".  "Um in dieses nicht hineingezogen zu werden, haben wir mittels eines offenen Briefes unsere Gäste darüber informiert und  das Rauchen im Club sofort endgültig verboten - obwohl dies wegen der Nebenraum- Regelung möglicherweise gar nicht verboten wäre. Jedoch verschwenden wir keine Energie in diese unfassbare Causa - und wir lassen uns nicht erpressen!"



Denn faktisch sind Beugestrafen schnell verhängt: "Der Anwalt bringt die Klage beim Handelsgericht ein, das - wie bei großen Konzernen auch sinnvoll - rasch eine Einstweilige Verfügungen erlässt, um einen Wettbewerbsvorteil zu verhindern.  Und diese wird dann - auf Hinweis des Anwalts - mittels Beugestrafen drakonisch durchgesetzt. Lutz: "Das können bis zu 100.000 Euro Strafe pro Tag sein. Für einen Raucher im Club!"


Der Clubbetreiber haftet - für (fast) alles

Nun stellen sich die Raucher eben vor den Club auf die Straße. Und auch dafür wird - wie das Beispiel Bettelalm am Lugeck beweist - der Clubbetreiber zur Rechenschaft gezogen. Denn wenn der Lärm, der dadurch entsteht, den Anrainern zu laut ist, muss der Club zusperren. Um Mitternacht. Ein großes Problem, das übrigens ab März 2018 für alle Lokale schlagend wird. Dann nämlich gilt generelles Rauchverbot - ohne Ausnahme. Sollte bis dahin die Gewerbeordnung nicht entsprechend abgeändert werden, sind die Auswirkungen auf die Wiener Gastronomie wohl verheerend…

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