Darum finden wir die Vergnügungssteuer zum K*****!  (Bild: Giphy)

Darum finden wir die Vergnügungssteuer zum K*****!

Auch schon gewundert, warum man - obwohl man als gratis auf der Gästeliste steht - dennoch am Eintritt zur Kasse gebeten wird? Das liegt daran, dass in Wien - und NUR in Wien  - Spaß kostet. Darauf gibt’s nämlich eine Steuer. Die sogenannte Vergnügungssteuer. Und die kostet in jedem Club unterschiedlich viel….

Im Club Passage zahlt man beim Eintritt 5 Euro Vergnügungssteuer, im Volksgarten -  mehr oder weniger nebenan -  ist’s um einen Euro günstiger und schlägt mit 4 Euro zu Buche. Im Bollwerk sind es ebenso 5 Euro, und im Club Village  zahlt der Gast gleich gar nichts. Der Chef zahlt’s für sie aus eigener Tasche….

Die Steuer, die das Vergnügen mehr verhindert als fördert, sich dennoch Vergnügungssteuer nennt, ist für Gast und Veranstalter alles andere als ein Vergnügen. Dennoch ist sie Pflicht. Und: Interessanterweise kostet sie überall unterschiedlich viel. Wie kann das sein?

#1 "Die Steuer muss für Vergnügungen, die im Gebiet der Stadt Wien veranstaltet werden, bezahlt werden." Wer also in Wien in einen Club oder Disco geht, aber auch zu Public Viewings oder anderen Veranstaltungen und Events, der zahlt….

#2 "Vergnügungssteuerpflichtig sind Publikumstanz, Masken- und Kostümfeste…" Genau. Also alles, was Spaß macht - und die Worte Club, Clubbing oder Disco haben eben noch keinen Einzug ins Gesetzgefunden. PublikumstanzJ Süß!

#3 "Zahlungstermin ist bei Veranstaltungen (ausgenommen Spielapparate) bis spätestens am 15. des folgenden Monates für den vorangegangenen Monat." Und da sind die Behörden sehr streng. Clubbetreiber wissen genau, dass sie in Teufels Küche kommen, wenn das Amt sein Geld mal nicht pünktlich bekommt!

#4 "Zuständig ist die MA6." Das sind die netten Damen und Herren vom Service- Center- Rechnungs- und Abgabenwesen.  Aber  Service bitte nicht missverstehen: Sie kassieren. Im Jahr etwa 5 Millionen. Und sonst tun sie nix für die Partymacher. Das Service versteht sich also als ein eher einseitiges…

#5 "Bemessen wird sie nach dem Umsatz, nicht nach dem Gewinn." Also auch wenn man bei einem Event Verlust macht, die Vergnügungssteuer auf den Umsatz MUSS dennoch PÜNKTLICH abgeführt werden. Von welchem Geld  ist NICHT das Problem des Amts.

#6 "Wird für eine nach dem Entgelt zu besteuernde Veranstaltung kein Eintrittsgeld eingehoben, so ist die Steuer als Pauschalsteuer zu entrichten."  Genau. Gratis gibt’s nix. Und sicher zahlt man Steuer, auch wenn man  nichts eingenommen hat. Da wiehert der Wiener Amtsschimmel.

#7 "Werden mehr als 5 von Hundert der Besucher unentgeltlich eingelassen, so ist für diese Besucher die Steuer nach dem höchsten verlangten Eintrittsgeld zu bemessen." Genau. Siehe #6. Gratis gibt’s nicht!

#8 "Als Eintrittsgeld gilt der für die Eintrittskarte verlangte Preis einschließlich der Steuer. Berechtigt die Eintrittskarte nicht nur zum Eintritt, sondern auch zum Bezug sonstiger Leistungen, wie zB Konsumation, Bücher, Damenspende, oder müssen, um an der Veranstaltung teilnehmen zu können, neben der Eintrittskarte auch sonstige Leistungen entgeltlich bezogen werden, so gilt als Eintrittsgeld der Gesamtpreis für die Eintrittskarte und die sonstigen Leistungen." Also die Steuer ist dann von allem zu bezahlen: Auch für die Drinks etc…. Und das erklärt auch, warum die Vergnügungssteuer überall unterschiedlich hoch ist!


Nein zur Vergnügungssteuer

Dass dieses Unikum, das es in dieser Form nur in Wien gibt, den Clubbetreibern und Partymachern schon längst  stinkt, hat nun auch die Gremien der Partei- und Politgremien erreicht.  Der Wirtschaftsbund und die Junge ÖVP  starten  diesen Sommer eine umfangreiche Kampagne zur Abschaffung der Vergnügungssteuer.

"Bagatellsteuern wie die Vergnügungssteuer sind schon längst nicht mehr zeitgemäß und bewegen unsere Gesellschaft in eine völlig falsche, spassbefreite Richtung", sagt Markus Grießler, Tourismus- Obmann im Wiener Wirtschaftsbund, über die Hintergründe der gemeinsamen Kampagne von Jugend- und Wirtschaftsvertretern. "Das kann und darf so nicht weitergehen", schließt der Spartenobmann der Tourismus- und Freizeitbetriebe in der Wiener Wirtschaftskammer mit einem Verweis auf die täglichen Probleme der heimischen Clubs, Ballveranstalter, Messen und vieler anderer Unternehmerinnen und Unternehmer mit der Vergnügungssteuer.

Spass muss frei sein

Gemeinsames Ziel von Junger ÖVP und Wirtschaftsbund Wien ist es, Unterschriften über die eigens eingerichtete Kampagnen- Website, die unter www.wirtschaftsbund.at und www.spassbefreien.at erreichbar ist, zu sammeln. Damit soll der Druck auf die Wiener Stadtregierung erhöht werden und die Vergnügungssteuer in einer der ersten Gemeinderatssitzungen nach dem Sommer endgültig abgeschafft werden. Eine eigene Tour durch die Wiener Clubs ist ebenso geplant wie der Besuch der großen Public Viewings zur Fußballeuropameisterschaft, schließlich wird auch dort unter bestimmten Voraussetzungen Vergnügungssteuer fällig.

Was ist eure Meinung dazu?  Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

red

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