Brouwer/Meeuwsen - die fliegenden Holländer der Tour

17.07.2013, 15:33
"Vier Stunden sind wir am Flughafen festgesessen – wir wurden belagert", erzählt er schüchtern. "Es war anfangs beängstigend, dann aufregend und letztlich richtig genial für uns." Er, das ist Alexander Brouwer, seines Zeichens frischgebackener Beachvolleyball-Weltmeister und Top-Favorit bei der EM in Klagenfurt. In Stare Jablonki in Polen krönte er sich mit seinem Partner Robert Meeuwsen zum "König" der Ball-Artisten.

Und bei der Rückkehr in die Heimat war am Flughafen eben die Hölle los. "Alle Journalisten wollten alles über uns wissen", schmunzelt der 23- jährige Brouwer im Telefon- Interview mit der "Krone", "und fast alles hab' ich auch erzählt. So wie dir jetzt!" Nämlich, dass die Niederländer bis zur WM keinen einzigen Sponsor hatten, davor noch nie in einem Viertelfinale auf der World- Tour gestanden sind.

"Plötzlich haben wir begonnen, wie verrückt zu spielen"

"Aber plötzlich haben wir begonnen, wie verrückt zu spielen, jeden Punkt zu machen – und alle Top- Teams wegzuschießen", kann es Brouwer, der sich vor Klagenfurt noch wenige Tage auf einer holländischen Insel entspannte, selbst noch kaum fassen. "Und jetzt werden wir uns wohl auch einen Manager suchen, der vielleicht Sponsoren finden kann."

Ein EM- Titel noch dazu wäre wohl die beste Werbung in eigener Sache! "Ja, klar. Alle sehen in uns jetzt die großen Favoriten. Aber ich selbst fühl' mich gar nicht so. Komischerweise. Vielleicht, weil alles noch so frisch ist."

"Haben in Holland das bessere Sportsystem"

In Holland habe man es als Beach- Profi etwas einfacher als in Österreich. "Weil wir das bessere Sportsystem haben", erklärt der Mann aus Den Haag, "bei uns werden alle Kosten übernommen. Vom Trainer über das Training bis hin zu allen Reisen." Der Verband und das Olympische Komitee legen im Land der Windmühlen zusammen, um ihre Sportler bestmöglich zu unterstützen.

Für Klagenfurt verzichten sie sogar auf das US- Turnier in Long Beach. "Die EM in Kärnten ist ein absolutes Highlight in dieser Saison. Weil das Turnier jedes Jahr der größte Hit für uns Beachvolleyballer ist – und weil dieser See auch so wunderschön ist." Ein Siegesbad im Wörthersee sollen Brouwer/Meeuwsen heuer aber dennoch nicht nehmen – da werden die Österreicher etwas dagegen haben.

Wie stark schätzt Brouwer unsere Teams ein? "Ohhh! Xandi Huber und Robin Seidl sind alles andere als Lieblingsgegner von uns. Gegen die verlieren wir oft. Clemens Doppler und Alex Horst gelten überall auf der Welt als Top- Team. Hätten wir in Polen nicht einen glücklichen Netzroller gegen sie gehabt, wären sie jetzt vielleicht Weltmeister und nicht wir."

17.07.2013, 15:33
Max Mahdalik, Kronen Zeitung
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