Pendler drücken die Wohnungspreise in den Städten

21.04.2017, 07:21
Foto: APA/HELMUT FOHRINGER

Der Autofahrerklub ÖAMTC warnt davor das Pendeln zu verteuern, denn dies würde zu mehr Zuzug in die Städte und steigenden Wohnungspreisen führen. "Steigt die Einwohnerzahl um ein Prozent, ziehen die Immobilienpreise um zwei Prozent an", rechnete dazu der deutsche Professor Michael Bräuninger von der Universität Hamburg am Donnerstag vor.

Für ÖAMTC- Leiter Bernhard Wiesinger bedeutet das: "Die Bekämpfung des Pendelns ist nicht zielführend, es darf keinerlei neue Belastungen geben." Er spielt dabei unter anderem auf Überlegungen des Umweltministers Andrä Rupprechter an, die Besteuerung von Diesel auf das Niveau von Benzin zu heben. 

53 Prozent der Erwerbstätigen pendeln

Würde die Hälfte der Einpendler nach Wien in die Bundeshauptstadt ziehen, dann würden dort die Preise für Eigentumswohnungen um 14 Prozent oder im Schnitt um 367 Euro pro Quadratmeter steigen, so Bräuninger vor Journalisten.

Insgesamt machen sich 2,14 Millionen Arbeitnehmer (53 Prozent) mit Öffis, Rad oder Auto auf den Weg in eine andere Gemeinde, wobei Wien als eine Gemeinde zählt. Diese Zahlen sind seit Jahren stabil. Rund 1,3 Millionen davon erhalten die Pauschale, die über den Lohnsteuerausgleich verrechnet wird. Gemeinsam mit dem Pendler- Euro führt dies zu Steuermindereinnahmen von 600 Millionen Euro jährlich. 

Die Pendlerpauschale ist laut Österreichischem Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) stark einkommensabhängig. 2015 entfielen 45 Prozent des Betrages der geltend gemachten kleinen Pendlerpauschale auf Jahreseinkommen von mehr als 40.000 Euro. Rund 11 Prozent der kleinen Pendlerpauschale ging an Einkommen von mehr als 70.000 Euro Jahresgehalt.