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09.12.2016 - 08:33
Foto: Apple

"Seit Jobs tot ist, verwaltet Apple sein Erbe"

12.09.2013, 09:53
Apple schafft es nicht mehr wie früher, mit Erfindungen und Produktneuheiten zu begeistern. Der Technologiekonzern stellte am Dienstag zwar neue Versionen seines Kassenschlagers iPhone vor. Die meisten Experten reagierten aber enttäuscht, weil Apple es nicht wagte, mit günstigen Angeboten für den wichtigen chinesischen Markt aufzuwarten. Zudem ist noch immer keine Kooperation mit dem weltgrößten Mobilfunkunternehmen China Mobile in Sicht, weswegen Apple nicht an dessen 740 Millionen Kunden herankommt.

"Seit Steve Jobs tot ist, verwaltet Apple sein Erbe", kritisierte der Kapitalmarkt- Experte Oliver Roth von Close Brothers Seydler. "Der Mythos ist erst einmal passé." Insgesamt fehlt dem Unternehmen aus der Nähe von San Francisco nach dem Tod des legendären Firmengründers die Fähigkeit, ganze Märkte umzuwälzen.

So hat das iPhone zum Beispiel seit 2007 das Handy- Geschäft komplett auf den Kopf gestellt und gemeinsam mit Googles Android- Betriebssystem den einstigen Marktführer Nokia quasi bedeutungslos gemacht. Mit dem Tablet- PC iPad wurde der Computermarkt aufgemischt - zulasten von Dell und Hewlett- Packard. Der iPod wirbelte zuvor schon die Musikbranche durcheinander.

iPhone 5C und 5S schicken Aktie auf Talfahrt

An der Technologiebörse Nasdaq standen Apple- Aktien am Mittwoch unter Druck: Sie büßten zum Marktstart rund sechs Prozent ein. Allerdings waren die Anteilsscheine im Monat zuvor um mehr als elf Prozent gestiegen - in der Hoffnung auf wirkliche Innovationen.

Experten zufolge entwickelt Apple derzeit eine computergestützte Armbanduhr als Brücke zwischen iPhone und Laptop. Zudem reißen die Gerüchte nicht ab, dass der Konzern, der Barbestände von knapp 147 Milliarden Dollar (111 Milliarden Euro) in der Kasse hat, doch noch in den Fernsehermarkt einsteigt.

Konkurrenz hängt Apple immer weiter ab

Apple verkaufte zuletzt zwischen April und Juni zwar 31,2 Millionen iPhones und damit so viele wie nie zuvor. Es bleibt aber immer weniger Geld als Profit hängen, weil der koreanische Erzrivale Samsung Apple im Smartphone- Markt abgehängt hat und zudem Anbieter günstiger Android- Smartphones aus Asien immer stärker werden.

Dementsprechend fiel der Quartalsgewinn zuletzt um rund ein Fünftel auf - allerdings immer noch stattliche - 8,8 Milliarden Dollar. Hauptbaustelle ist die Region China, Taiwan, Hongkong und Singapur, in der der Umsatz um 43 Prozent einbrach. Hier verliert Apple zudem Marktanteile. Dass Apple trotzdem immer noch als wertvollste Marke der Welt gilt, verdankt das Unternehmen einem starken Amerika- und Europageschäft.

"Billig- iPhone" fast so teuer wie Top- Modell

Jobs- Nachfolger Tim Cook zielt mit den Produktneuheiten angesichts der jüngsten Rückschläge vor allem auf China und Indien, wo sich viele Menschen die teuren iPhones bisher nicht leisten können. Das neue 5C soll in den USA bereits für 99 Dollar zu haben sein, allerdings nur mit einem Zweijahresvertrag. Ohne diese Bindung beträgt der Preis immer noch 549 Dollar. In China ist es sogar noch teurer. Trotz der Plastikhülle müssen Käufer in Österreich mindestens 600 Euro auf den Tisch legen. Nur 100 Euro weniger als beim Top- Gerät iPhone 5S mit Fingerabdruck- Sensor und neuem Prozessor.

"Das iPhone 5C ist zwar Apples erster Schritt weg vom Hochpreis- Markt, allerdings nur ein kleiner", sagte JPMorgan- Analyst Mark Moskowitz. Der Konzern gebe einer hohen Gewinnmarge den Vorrang. Marktanteile in Schwellenländern könnten damit aber nicht gewonnen werden.

Denn im Ausland kaum bekannte chinesische Firmen wie Xiaomi und Yulong verlangen für ihre Smartphones wesentlich weniger und haben sich damit zusammen mit Lenovo, Huawei oder ZTE in der Volksrepublik einen Großteil des Marktes gesichert. "Apple riskiert weiterhin, ähnlich wie im PC- Geschäft zu einem Nischenanbieter im Hochpreissegment degradiert zu werden", warnte Analyst Toni Sacconaghi von Bernstein Research.

Sündhaft teures Premium- iPhone 5S

Das neue Premiummodell 5S wird im freien Handel zwischen 700 (16 GB) und 900 (64 GB) Euro kosten – deutlich mehr als ähnlich leistungsstarke Geräte anderer Hersteller. Hauptneuerung: Es ermöglicht die Entsperrung per Fingerabdruck. Analysten reagierten zumindest darauf positiv. Diese Technologie könnte später eine Rolle beim Bezahlen mit mobilen Geräten spielen, so die Experten von RBC Capital Markets.

Zu der erwarteten Vertriebskooperation mit China Mobile schwieg Apple zunächst. Wegen unterschiedlicher Technikstandards erreichen die Amerikaner nur in etwa die Hälfte des dortigen Marktes. Durch eine Zusammenarbeit könnte Apple seine Erlöse in der Region rasch erhöhen. Allerdings befürchten manche Experten, dass sich Apple mit günstigeren Modellen selbst schadet, weil dann eigene Kunden aus dem Hochpreissegment abwandern.

12.09.2013, 09:53
AG/red
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