Für das Projekt sind 250.000 Euro veranschlagt, die der Wissenschaftler von einem privaten Spender erhielt. Dieser wolle anonym bleiben, sagte Post von der Universität in Maastricht. Der Spender sorge sich um die Umwelt und wolle dazu beitragen, "die Zahl der wegen ihres Fleischs getöteten Tiere und den aus der Nutztierhaltung resultierenden Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern".
Doch nicht nur die Treibhausgase könnten durch eine reduzierte Nutztierhaltung bekämpft werden, so Post. "In den nächsten 40 Jahren wird sich der Fleischkonsum der Menschheit verdoppeln. Derzeit benötigen wir aber schon 70 Prozent der weltweiten landwirtschaftlichen Kapazitäten für unseren Viehbestand. Jeder kann sich leicht ausrechnen, dass wir daher Alternativen brauchen. Wenn nicht, wird Fleisch zum Luxusgut und sehr, sehr teuer werden", so Post gegenüber der britischen Zeitung "The Guardian" .
Der Hamburger aus der Petrischale
Bis jetzt konnten der Forscher und sein Team ein paar drei Zentimeter lange und eineinhalb Millimeter dicke Muskelfleisch-Streifen in der Petrischale züchten. Für einen Hamburger bräuchten sie etwa 3.000 Muskelstücke und einige Hundert Fettgewebe-Teile. Diese wurden dann zusammen mit dem Muskelfleisch vermischt und zu dem "Fleischlaberl" im Burger geformt. Noch seien die Stücke zu klein, um sie zu kochen, aber man arbeite derzeit an einem golfballgroßen Stück. Post sagte, er hoffe, dass Heston Blumenthal, Chefkoch und Besitzer des Drei-Sterne-Restaurants "Fat Duck" in Berkshire, den Hamburger aus dem Stammzellen-Fleisch zubereiten werde. Im Oktober möchte der Forscher den Burger präsentieren.
Die Wissenschaftlerkonferenz in Vancouver stand unter dem Titel "Die nächste Landwirtschaftsrevolution". Mehrere Redner verwiesen dabei darauf, dass durch die Produktion von Fleisch durch Stammzellen die Nahrungsmittelindustrie komplett umgekrempelt werden könnte.
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