Die Wissenschaftler unter Keizo Tomonaga verglichen in einer Studie die DNS diverser Säugetiere, darunter Menschen, Affen, Elefanten, Beuteltiere und Nager, um Zeichen des Bornavirus aufzuspüren. Im menschlichen Genom fand das Team das Virus sowohl fragmentarisiert als auch Form zweier Gene, deren Funktion allerdings unbekannt ist.
Das Bornavirus vermehrt sich den Forschern zufolge in den befallenen Zellkernen. Der Name des Erregers stammt von der deutschen Stadt Borna bei Leipzig, wo 1885 ein komplettes Regiment von Kavallerie-Pferden von einer mysteriösen Krankheit ausgelöscht wurde. Mittlerweile wurde das Virus auch in Schafen, Lamas, Straußen, Katzen und Rindern nachgewiesen, unklar ist aber weiterhin, wie es sich verbreitet.
Zusammenhang mit Schizophrenie?
Welche Bedeutung der Nachweis des Bornavirus in der menschlichen DNS hat, dürfte heftige wissenschaftliche Kontroversen auslösen. Die grundlegenden Fragen sind dabei, ob das Virus ausschlaggebende genetische Mutationen in der Menschheitsentwicklung ausgelöst hat, ob es für Erbkrankheiten oder womöglich den Schutz vor Krankheiten sorgt. Es gibt bereits Spekulationen, wonach das Bornavirus mit Schizophrenie oder anderen Störungen im Zusammenhang stehen könnte.
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