Mittels Lasertechnik

Versunkene Stadt in Kambodschas Urwald entdeckt

Wissen
17.06.2013 09:23
Im kambodschanischen Urwald hat ein internationales Team von Forschern eine versunkene Stadt wiederentdeckt. Mittels neuer Lasertechnologie sei es den Archäologen gelungen, aus der Luft die rund 1.200 Jahre alte Stadt Mahendraparvata im Detail sichtbar zu machen, berichtete am Wochenende die australische Tageszeitung "Sydney Morning Herald".

Sieben Tage lang sei ein mit spezieller Lasertechnologie ausgestatteter Hubschrauber über einem Berg in der Region Siem Reap gekreist und habe durch den Dschungel hindurch die Ruinen der Stadt aus dem neunten Jahrhundert ausfindig gemacht.

Größe der Stadt noch unklar
Demnach gibt es in der untergegangenen Stadt noch mehrere kaum zerstörte Tempel. "Durch die neuen Daten wissen wir sicher, dass es in der Stadt Straßen, Kanäle und Dämme gab", sagte Expeditionsleiter Jean-Baptiste Chevance, Archäologe aus London, der Zeitung. Dem Bericht zufolge ist aber noch unklar, wie groß die Stadt war. Bisher sei nur ein begrenztes Gebiet betrachtet worden, von dem nun allerdings eine Art Stadtplan vorliege.

20 bisher unbekannte Tempel entdeckt
Von der Existenz der Stadt nördlich der Tempelanlage Angkor Wat wussten Forscher bereits seit Jahren. Bei Bodenexpeditionen konnten aber nur punktuell Erkenntnisse über die Struktur gewonnen werden. Erst die sogenannte Lidar-Lasertechnologie, mit der der Urwald durchleuchtet wurde, zeichnete nun ein genaueres Bild. Dabei wurden mehr als 20 bisher unbekannte Tempel entdeckt.

Lidar (die Abkürzung steht für Light detection and ranging) ist eine dem Radar verwandte Methode, bei der anstatt mit Funkwellen (wie beim Radar) große Gebiete mit Laserstrahlen abgetastet werden. Am Computer können Forscher anschließend dichte Wälder verschwinden lassen und so verräterische Strukturen - etwa von Bauten - am Boden freilegen.

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