SN Wilson - benannt nach dem 28. Präsidenten der USA, Woodrow Wilson - ist eine Supernova vom Typ Ia. Bei dieser Art explodiert ein Doppelsternsystem bestehend aus einem Weißen Zwerg und seinem Begleiter. Weil die dabei freigesetzte Energie innerhalb definierter Grenzen liegt, wird die Helligkeit solcher Supernovae als bekannt und fest vorausgesetzt. Die Astronomen sprechen deshalb bei Typ-Ia-Supernovae von Standardkerzen, die sich gut für die Entfernungsbestimmung eignen.
Bereits im Dezember 2010 entdeckt
Gefunden wurde SN Wilson im Rahmen des Cosmic Assembly Near-infrared Deep Extragalactic Legacy Survey (kurz: CANDELS), dem größten Beobachtungsprojekt in der Geschichte von "Hubble". Im Rahmen der drei Jahre dauernden CANDELS-Durchmusterung suchten die Forscher nach einigen der am weitesten entfernten Galaxien des Universums und fanden dabei im Dezember 2010 auch SN Wilson.
Die Wissenschaftler verwendeten für ihre Forschungen die Wide Field Camera 3 an Bord des Observatoriums "Hubble" und suchten im Infrarotbereich nach Supernovae. Bisher haben sie über 100 davon, darunter auch acht vom Typ Ia, entdeckt.
"Der neue Rekordhalter ermöglicht einen Blick in das frühe Universum und bietet uns neue Erkenntnisse dazu, wie diese Sterne explodieren", sagt der Haupautor der Studie, David O. Jones von der Johns Hopkins University in Baltimore. Durch Beobachtungen in dieser Epoche des Universums könne man zudem prüfen, wie zuverlässig diese Supernovae tatsächlich als Standardkerzen sind.
Teleskop kreist seit 1990 im All
"Hubble" (Bild 2) ist ein Gemeinschaftsprojekt der NASA mit der Europäischen Weltraumbehörde ESA. Es ist ein Observatorium für sichtbares und UV-Licht sowie Infrarotstrahlung und umkreist die Erde in einer Höhe von 575 Kilometern innerhalb von 96 Minuten einmal.
Es wurde am 24. April 1990 im Zuge der Spaceshuttle-Mission STS-31 ins All geschossen und war das erste von vier Weltraumteleskopen, welche von der NASA im Rahmen des "Great Observatory"-Programms geplant wurden.
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