Erich Jarvis und Gustavo Arriaga von der Duke-Universität in Durham (USA) untersuchten die Gehirne von nicht singenden, singenden, nur zuhörenden Mäusen und solchen, die zwar mit Duftstoffen zum Singen angeregt worden waren, aber ihren eigenen Gesang nicht hören konnten. Dabei stellten die Forscher anhand der jeweiligen Gen-Aktivität fest, dass singende Mausmännchen eine Verbindung zwischen dem Lautzentrum ihres Gehirns und dem sogenannten frontalen Kortex herstellten - ebenso, wie das beim Menschen der Fall ist.
Der Gesang wird demnach vom Gehör kontrolliert. Diese Rückkopplung ist für den Gesang notwendig und sorgt für konstante Frequenzen und Rhythmen, fanden die Forscher heraus. Darüber hinaus zeigte sich, dass Mausmännchen, die mit fremden singenden Männchen zusammenkamen, ihren Gesang mit der Zeit in der Tonhöhe aneinander anglichen.
Nager können neue akustische Signale erlernen
Dies zeige, dass Mäuse akustische Signale erlernen können. Selbst nahe Verwandte des Menschen unter den Affen können dies nicht, dagegen Wale und Delfine sowie Singvögel und Papageien.
Erst kürzlich hatten Frauke Hoffmann, Kerstin Musolf und Dustin Penn vom Konrad-Lorenz-Institut für Verhaltensforschung in Wien in der Zeitschrift "Physiology & Behavior" berichtet, dass weibliche Hausmäuse den Gesang der Männchen einschätzen können: Sie waren in der Lage, Fremde und nahe Verwandte am Gesang zu unterscheiden (Bericht in der Infobox). Dadurch vermeiden die Nager offenbar Inzucht, schrieben die Forscher.
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