Bewegung wichtig

Studie: Schlechte Motorik schlägt sich in den Noten nieder

Wissen
01.01.2013 06:00
Weniger zu essen und mehr Sport zu treiben, dürfte wohl ein Vorsatz vieler Österreicher fürs neue Jahr sein. Ein noch sinnvollerer Vorsatz wäre es, die Motorik von Kindern stärker zu fördern. Das könnte einen Langzeit-Effekt haben, der sich nicht nur auf der Waage bemerkbar macht, sondern auch auf dem Schulzeugnis, wie europäische Forscher im Fachjournal "PNAS" berichten.

Auf schwache motorische Fähigkeiten in der Kindheit folgen demnach im Jugendalter häufig Übergewicht, geringe Bewegung und ein weniger fittes Herz-Kreislauf-System. Und zumindest der Bewegungsmangel und die Fettleibigkeit hängen wiederum oft mit schlechteren Schulleistungen zusammen. Das hat ein Team um Marko T. Kantomaa vom finnischen Forschungszentrum für Sport- und Gesundheitswissenschaften herausgefunden, das für seine Studie die Daten von 8.061 Menschen ausgewertet hat, die 1985 oder 1986 geboren worden waren.

Die motorischen Fähigkeiten galten zum Beispiel als schwach, wenn das Kind oft an etwas anstieß oder fiel, wenn es einen Ball nicht gut fangen konnte, wenn es ungelenk mit einem Stift schrieb oder wenn es Schuhbänder nicht gut zubinden konnte. Bei der Untersuchung stellten sich auch kleine Geschlechtsunterschiede heraus: Im Alter von acht Jahren hatten die Buben weniger motorische Fähigkeiten als die Mädchen. Die Nachfolge-Untersuchung im Alter von 16 Jahren ergab: Mehr Buben als Mädchen waren fettleibig - und sie hatten zudem in der Schule schlechtere Durchschnittsnoten als die Mädchen.

Nur jedes dritte Kind bewegt sich ausreichend
Die Ergebnisse unterstreichen nach Angaben der Forscher frühere Untersuchungen, denen zufolge Bewegung gut für die kognitive Entwicklung eines Kindes und dessen spätere akademische Leistung ist. Nach Schätzungen bewege sich weltweit nur jedes dritte Kind ausreichend. Deswegen warnen die Forscher: "Mangelnde motorische Aktivität in den ersten Schuljahren kann dazu beitragen, das Kind auf eine negative Entwicklungsbahn zu setzen."

Als die Versuchsteilnehmer acht Jahre alt waren, wurden deren Eltern befragt, im Alter von 16 füllten die Probanden selbst einen Fragebogen aus. Die Antworten könnten deswegen an der einen oder anderen Stelle geschönt sein, schrieben die Wissenschaftler. Außerdem waren die Datensätze nicht für jeden Probanden vollständig. Deshalb wiederholten die Forscher ihre Berechnungen mit jenen 2.865 Versuchsteilnehmern, von denen tatsächlich alle Daten vorlagen: "Im Allgemeinen zeigten die Kalkulationen in dieselbe Richtung und hatten annähernd dasselbe Ausmaß wie die Analysen mit allen, auch unvollständigen, Fällen."

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