Wirkung noch unklar

Studie: Kaffee senkt Gefahr von Rückfall bei Brustkrebs

Wissen
25.04.2013 10:29
Der Konsum von Kaffee kann bei Brustkrebspatienten die Gefahr eines Rückfalls vermindern - besonders bei jenen Frauen, die im Rahmen der Therapie mit Medikamenten behandelt werden, die den Arzneistoff Tamoxifen enthalten. Das haben Forscher bei einer Studie mit an Brustkrebs Erkrankten im Süden Schwedens herausgefunden.

Laut Angaben von Wissenschaftlern an der Universität Lund ist bei Patienten, die Tabletten mit dem Wirkstoff Tamoxifen zusammen mit zwei oder mehr Tassen Kaffee täglich einnahmen, die Rückfallquote nur halb so groß wie bei jenen, die das Medikament ebenfalls nahmen, aber keinen Kaffee konsumierten.

Untersuchung mit über 600 Patienten
Für die Studie hatte das Forscherteam über 600 Brustkrebspatienten durchschnittlich fünf Jahre lang begleitet. Die Hälfte der Probanden nahm Medikamente ein, die Tamoxifen enthalten, das bei der Hormontherapie nach Brustkrebs-Operationen das Risiko neuer Tumore durch die Blockierung der Östrogen-Rezeptoren reduziert. 

Wie Kaffee mit dem Wirkstoff wechselwirkt, ist den Forschern noch unklar. "Eine Theorie ist, dass der Kaffee das Tamoxifen 'aktiviert' und es effizienter macht", sagt Maria Simonsson, Doktorandin an der Abteilung für experimentelle Onkologie der Universität.

Koffein hemmt Wachstum von Tumorzellen
Bereits 2008 hatten Mediziner der Universität Lund im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass Kaffee vor Brustkrebs schützen kann. Verantwortlich für diesen positiven Effekt ist der Einfluss des Getränks auf den Östrogen-Abbau, der stark gesteigert wird. Allerdings hängt die Schutzwirkung laut der Studie stark von den jeweiligen Erbanlagen ab. Zudem, so die Forscher damals, hemmt Koffein das Wachstum von Tumorzellen.

Die neuen Erkenntnisse über die Rolle von Kaffee in der Krebsprävention und Behandlung unterstreiche die Notwendigkeit für weitere Forschung, so das Forscherteam. "Wir würden gerne mehr darüber wissen, wie der Lebensstil mit der Behandlung von Brustkrebs zusammenhängt", sagte Helena Jernström, Professorin an der Onkologie der Universität Lund.

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