Wenn Bienen durch die Luft fliegen, ihre Körper im Stock aneinander reiben oder Teile ihres Körpers gegeneinander bewegen, lädt sich ihr Körper mit elektrischer Ladung auf. Die Wachsoberfläche ihres Körpers verhindert, dass diese Ladung abfließt, wenn sie landen und in den Stock zurückkehren.
Zellen auf Fühlern nehmen Ladungen wahr
In ihrer Untersuchung konnten die Forscher zeigen, dass Bienen auf unterschiedlich geladene elektrische Felder mit spezifischen Bewegungen ihrer Antennenfühler reagieren. Mithilfe von Sinneszellen, die auf diesen Antennen liegen, nehmen sie die Ladungen wahr und unterscheiden sie.
"Die Bewegung der Antennen haben wir in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe von Professor Martin Göpfert von der Universität in Göttingen mit einer speziellen Kamera aufgezeichnet und deren Bilder ausgewertet", sagt Uwe Greggers, einer der Autoren der Studie. Außerdem haben die Forscher gezeigt, dass Bienen lernen können, verschiedene elektrische Felder und ihre zeitlichen Muster zu unterscheiden.
Wichtig für die Kommunikation
Die Gruppe zieht aus ihren Experimenten außerdem den Schluss, dass die elektrischen Felder eine wichtige Rolle bei der sozialen Kommunikation im Stock spielen, z.B. beim Schwänzeltanz, mit dem sich die Tiere Richtung und Entfernung einer guten Futterquelle mitteilen. Die nachlaufenden Bienen registrieren die von der Tänzerin ausgehenden zeitlichen Muster der elektrischen Felder und erkennen daraus die Entfernung zu dieser.
Wie die Forscher in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins "Proceedings of the Royal Society B." berichten, ist auf diese Weise zum ersten Mal nachgewiesen worden, dass bei einem landlebenden Tier elektrische Ladungen der Körperoberfläche zu elektrischen Feldern führen und damit eine neue Wahrnehmungswelt eröffnen. Bis dato war das nur von im Wasser lebenden Tieren, wie etwa dem Zitteraal, bekannt.
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