Im Rahmen der Untersuchung mussten die Kinder vor fremdem Publikum sprechen und Rechenaufgaben lösen. Anschließend wurden sie entweder von der Mutter umarmt, von ihr angerufen oder sie sahen einen Film. Die Wissenschaftler untersuchten die Höhe des Stresshormons Kortisol im Speichel und des Hormons Oxytocin im Urin der Mädchen.
Oxytocin wird im Gehirn gebildet und salopp als Wohlfühl-, Kuschel- oder Liebes-Hormon bezeichnet. Es beeinflusst das Vertrauen und die Bindung zwischen Mutter und Neugeborenen und wirkt ausgleichend bei Stress. Aus Versuchen mit Nagetieren ist außerdem bekannt, dass Oxytocin bei Körperkontakt zwischen Müttern und ihrem Nachwuchs vermehrt ausgeschüttet wird. Die Forscher um Leslie J. Seltzer und Seth Pollak wollten nun überprüfen, ob allein das Hören einer Stimme zu mehr Oxytocin im Körper führt.
Kortisol- und Oxytocin-Pegel untersucht
Sie untersuchten die Höhe von Kortisol und Oxytocin vor dem Test und zu mehreren Zeitpunkten danach. Bei allen 61 Mädchen sei nach der Aufgabe der Kortisolspiegel im Speichel erhöht gewesen, so die Forscher. Bei den beiden Gruppen mit schnellem Kontakt zu ihrer Mama sank der Kortisolspiegel jedoch schneller als bei den anderen Mädchen.
Der Wert des Kuschelhormons Oxytocin im Urin erhöhte sich bei jenen Mädchen, die nach dem stressigen Ereignis Kontakt zur Mutter hatten egal ob sie mit ihr gekuschelt oder nur am Telefon geredet hatten. Im Gegensatz dazu änderte sich der Oxytocinwert bei den Kindern ohne Mama-Kontakt im Versuchsverlauf nicht.
Eher weiblicher Umgang mit Stress
Autor Seth Pollak sieht nun eine wissenschaftliche Grundlage dafür, warum seine Studenten nach Prüfungen sofort zum Handy griffen und jemand anriefen. Leslie J. Seltzer möchte nun auch die Auswirkungen von anderen Kommunikationsmitteln wie das Schreiben von Textnachrichten auf dem Handy überprüfen. Die Autoren gehen auch davon aus, dass diese Form von Umgang mit Stress jemanden zu umarmen oder beruhigende Worte zu finden - eher weiblich ist als männlich.
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