Der russische Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin, der nach dem Absturz mit Nachdruck die Aufklärung der Panne verlangt hatte, nannte die Theorie "plausibel", dass ein US-Radar auf den Marshallinseln die Instrumente der Sonde beeinflusst haben könnte. "Falls sich dies bestätigt, würden wir technische und politische Konsequenzen ziehen", sagte er.
Sonde von Radar fehlgeleitet?
Auch der Forscher Alexander Sacharow meinte, dass die rund 13,5 Tonnen schwere Sonde nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan am 9. November 2011 von dem Radar fehlgeleitet worden sein könnte. "Es ist aber nur eine Version, wir legen den Untersuchungsbericht Ende Jänner vor", wurde er von der Agentur Interfax zitiert. Rogosin schloss allerdings auch einen Konstruktionsfehler als Grund für die Panne der 120 Millionen Euro teuren Raumsonde nicht völlig aus.
Südlich von Chile in den Pazifik gestürzt
Nach offiziellen Angaben sind die nicht verglühten Überreste von "Phobos-Grunt" am Sonntagabend MEZ rund 1.250 Kilometer westlich der im Süden Chiles gelegenen Insel Wellington ins Meer gestürzt.
Die Raumsonde hätte bis 2014 den Marsmond Phobos erforschen und Proben zur Erde bringen sollen. Wegen einer Panne am Triebwerk kam sie aber nicht über die Erdumlaufbahn hinaus. Mit der ersten interplanetaren Mission seit 15 Jahren hatte Russland nach mehreren Rückschlägen wieder international Eindruck machen wollen - und scheiterte.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.