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22.08.2014 - 00:03

Schweizer Studie: Wer kifft, fährt schlechter Auto

26.01.2013, 08:00
Schweizer Studie: Wer kifft, fährt schlechter Auto (Bild: APA/dpa/Daniel Karmann)
Foto: APA/dpa/Daniel Karmann
Wer kifft, fährt schlechter: Was Freunde eines Joints gerne dementieren, haben Schweizer Wissenschaftler nun mittels bildgebender Verfahren untermauert. Demnach verändert der psychoaktive Cannabis- Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) bestimmte Hirnfunktionen, die Verkehrsteilnehmer benötigen, um beim Autofahren korrekte Entscheidungen zu treffen.

Bisher war unklar, wie die Cannabiswirkung im Gehirn die Fahrtauglichkeit beeinflusst. Doch die neue Studie räumt alle Zweifel aus. "Berauschte Personen sind stärker auf sich selbst fixiert und absolvieren einen Reaktionstest deutlich schlechter und langsamer als jene, die ein Placebo geraucht hatten", sagte Mitautor Christian Giroud vom Universitären Rechtsmedizinzentrum (kurz: CURML) in Lausanne.

Für die Studie, die das CURML in Zusammenarbeit mit dem Unispital Lausanne (CHUV) und der Universität Freiburg durchgeführt hat, rauchten 31 junge Männer - allesamt gelegentliche Haschischkonsumenten - entweder einen normal dosierten Joint oder einen ohne Cannabis. Vorher und nachher absolvierten sie einen Test am Computer, bei dem sie mit einem Joystick ein umherspringendes Ziel verfolgen mussten. Die Aufgabe ähnelt dem Fahren von Kurven oder dem Ausweichen von Hindernissen.

Einige Hirnregionen weniger aktiv

Ein Magnetresonanz- Tomograph zeichnete währenddessen ihre Gehirnaktivität auf. Es stellte sich heraus, dass bei den Cannabis- Rauchern gewisse Hirnregionen weniger aktiv waren als bei der Placebo- Gruppe, wie die Wissenschaftler im Fachblatt "PLOS ONE" berichten.

"Es sind jene Hirnregionen, die normalerweise überraschende Ereignisse wahrnehmen, verarbeiten und eine korrekte Reaktion veranlassen", sagte Mitautor Philippe Maeder vom CHUV. Unter Cannabis- Einfluss nehmen Menschen wichtige sensorische Reize demnach nicht mehr unbedingt wahr und reagieren auch nicht darauf.

Eine andere Veränderung der Hirnaktivität wies zusätzlich auf vermehrt selbstbezogene geistige Aktivität hin. "Die Personen scheinen sich selbst mehr Aufmerksamkeit zu schenken als der Aufgabe", schreiben die Experten. Ihr Fazit: "Eingerauchte" Lenker sind auch bei den sehr geringen THC- Mengen, die in der Studie eingesetzt wurden, gefährlich.

Forscher für null Toleranz in puncto THC am Steuer

Die Resultate untermauern die Praxis vieler Länder wie Österreich und der Schweiz, in denen Cannabis beim Autofahren generell verboten ist, wie die Forscher schreiben. "Unsere Forschung betrifft nicht eine mögliche Legalisierung von Cannabis", präzisiert Giroud. "Doch sie bestätigt, dass die derzeitige Nulltoleranz in der Schweiz in puncto THC am Steuer angebracht ist." Diese müsse auch weiterhin aufrechterhalten bleiben, falls Cannabis legal werden sollte. In weiteren Studien wollen die Lausanner Forscher nun untersuchen, ob sich bei Menschen mit starkem Cannabis- Konsum die Gehirnstrukturen langfristig verändern.

AG/red
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