Zudem kündigte Popowkin an, Russland werde bis 2020 zwei Raumapparate zum Mond schicken. Später sei auf dem Erdtrabanten sogar eine bemannte Station geplant. Derzeit entwickle Roskosmos ein Transportsystem, mit dem Menschen zum Mond fliegen könnten, sagte der Behördenchef.
"Wir führen bereits sowohl mit der US-Raumfahrtbehörde NASA als auch mit der ESA Gespräche darüber, wann wir mit der Erschließung beginnen. Es gibt zwei Varianten: Entweder schaffen wir eine Basis auf dem Mond oder eine automatische Station in der Umlaufbahn des Mondes." Für die Umsetzung der Pläne benötige Roskosmos aber noch entsprechende finanzielle Zuschüsse.
Kontruktionsfehler bei "Phobos-Grunt"
"Die Hauptgründe für den unkontrollierten Absturz von "Phobos-Grunt" waren Fehler bei der Produktion und während der Tests wie auch Konstruktionsfehler", gab Popowkin gegenüber dem Radiosender zu. Nicht verglühte Reste der Sonde waren am 15. Jänner nach offiziellen Angaben in den Pazifik gestürzt (Bericht in der Infobox). Die "Phobos-Grunt" sollte eigentlich bis 2014 den Marsmond Phobos erforschen und Proben zur Erde bringen. Wegen einer Triebwerksfehlfunktion kam sie allerdings nicht über die Erdumlaufbahn hinaus.
Dass die starke elektromagnetische Strahlung eines US-Radars die Sonde beeinflusst haben könnte, sei nur einer der möglichen Gründe, sagte der Roskosmos-Chef, der den Gesamtschaden auf fünf Milliarden Rubel (umgerechnet rund 124 Millionen Euro) bezifferte. Mit der ersten interplanetaren Mission seit 15 Jahren hatte Russland nach mehreren Rückschlägen wieder international Eindruck machen wollen und war gescheitert.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.