Umstrittene Mission

Russen bohren See 3.769 Meter unter Antarktik-Eis an

Wissen
08.02.2012 16:26
Nach mehr als 30 Jahren Bohrarbeiten durch fast vier Kilometer dickes Eis sind russische Forscher zum Wostok-See in der Antarktis vorgedrungen. Medien in Moskau sprachen vom größten Ereignis der Antarktis-Forschung der vergangenen 100 Jahre. Das Team habe in 3.769,30 Meter Tiefe die Oberfläche des seit etwa 500.000 Jahren isolierten Gewässers erreicht, heißt es.

Die Mission ist umstritten. Westliche Forscher fürchten, dass dabei das Ökosystem des größten unterirdischen Sees der Antarktis verschmutzt werden könnte. Der See, der nach Angaben von Experten mehrere Millionen Jahre alt ist, könnte faszinierende Geheimnisse beherbergen - schließlich hatte sein Wasser seit Hunderttausenden, möglichwerweise sogar Millionen von Jahren keinen Kontakt nach oben. Die Forscher hoffen daher, Mikroorganismen zu finden, die sich in der frostigen, stickstoff- und sauerstoffreichen Umgebung behaupten konnten.

Kritik von US-Forschern
US-Wissenschaftler hatten ihren russischen Kollegen zuvor vorgeworfen, bei der Bohrung Kerosin und Frostschutzmittel zu verwenden. Dies könne den unter einem Gletscher liegenden See verschmutzen. Expeditionsleiter Waleri Lukin wies dies zurück. Die Technologie sei bei ähnlichen Missionen in Grönland erprobt worden, sagte er.

Die Sowjetunion hatte mit den Forschungsbohrungen unter einer Polarstation in den 1970er-Jahren begonnen. Erst 1996 entdeckte ein russisch-britisches Team den See unter dem Eis.

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