Der Kauladen der ein bis 1,5 Millimeter kleinen Krebse enthält demnach das Protein Resilin, ein weiches und sehr elastisches Material. Es bilde weiche Lager für die harten Spitzen, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt "Scientific Reports". Vermutlich würden so mechanische Belastungen beim Zerkleinern stabiler Nahrungspartikel abgefedert.
Grob lasse sich das mit dem Prinzip eines Stoßdämpfers vergleichen, erläuterte Jan Michels vom Zoologischen Institut der Kieler Universität am Donnerstag. Auch beim Menschen sei es so, dass das Material unter dem sehr harten Zahnschmelz deutlich weicher sei.
Die Wissenschaftler hatten das Zahnsystem von Ruderfußkrebsen der Art Centropages hamatus via hochauflösender Mikroskopie untersucht. Zusätzlich wurde am Institut für Experimentelle Physik II der Universität Leipzig die Elementarzusammensetzung der Kauladen mihilfe der sogenannten partikelinduzierten Röntgen- Emission bestimmt.
Ruderfußkrebse sind ein wichtiger Bestandteil tierischen Planktons und dienen vielen Fischarten als Nahrung. Die untersuchte Art kommt im Nordatlantik und in angrenzenden Meeresgebieten vor und ist unter anderem auch in der südlichen Nordsee relativ zahlreich zu finden.
Das Bild zeigt die Mundöffnung und einen Teil der Mundwerkzeuge eines weiblichen Ruderfußkrebses (links) sowie eine Aufnahme der Kaulade eines Tieres (rechts oben) mit einem sogenannten konfokalen Laser- Scanning- Mikroskop. Die chitinhaltigen Teile des Exoskeletts sind dabei orange, Strukturen mit hohen Konzentrationen des Proteins Resilin blau und siliciumdioxidhaltige Strukturen grün dargestellt.
Die Abbildung rechts unten zeigt einen Schnitt durch eine zahnartige Struktur der Kaulade. Es zeigt einen chitinhaltigen Sockel (rot) sowie eine Kappe aus Material mit hohen Konzentrationen des Proteins Resilin (blau), die wiederum bedeckt wird von einer Kappe aus siliciumdioxidhaltigem, hartem Material (grün).