Der Petermann- Gletscher, einer der beiden letzten großen Gletscher in Grönland, liegt rund 1.000 Kilometer südlich des Nordpols. Erst vor zwei Jahren – Anfang August 2010 – war von ihm ein 260 Quadratkilometer großer Eisberg abgebrochen (Bericht in der Infobox).
Laut Angaben der Universität werde das von der Eisforscherin Trudy Wohleben vom Canadian Ice Service entdeckte Stück denselben Weg nehmen wie der 2010 gekalbte Eisberg zuvor: Der Eiskoloss werde in die Nares- Straße zwischen Grönland und Kanada treiben, dort auf kleinere Inseln treffen und vermutlich in kleinere Stücke zerbrechen. "Das ist für uns ein echtes Déjà vu", so Meereswissenschaftler Andreas Münchow von der University of Delaware.
So groß die Teile auch seien, die wirkliche Gletscherschmelze ereigne sich für das bloße Auge nicht sichtbar in 600 Metern Tiefe, wo der Gletscher auf Felsgestein treffe und das Ozeanwasser wärmer sei, schreibt Münchow in seinem Blog www.icyseas.org . Der neue, bis zu 150 Meter dicke Eisbrocken schwimme nun im Ozeanwasser, dessen Temperatur um den Gefrierpunkt liege, und habe deshalb kaum direkten Einfluss auf die Gletscherschmelze.
Der Petermann- Gletscher schiebt sein Eis aus dem Landesinneren in einer langgestreckten Zunge ins Meer hinaus. Von Zeit zu Zeit brechen von dieser Teile ab - dann "kalbt" der Gletscher.