Willkommen | Registrieren | Hilfe | Login
krone.at/Videos kronehat.at krone.at/mobil cookingstars.at

Radarbilder weisen auf einstigen Mars-Ozean hin

10.02.2012, 08:00
Radarbilder weisen auf einstigen Mars-Ozean hin (Bild:  (Bild: ESA/C. Carreau))
Mit dem Radarinstrument MARDIS an Bord der Raumsonde "Mars Express" haben Astronomen jetzt deutliche Hinweise dafür gefunden, dass Teile des Roten Planeten vor rund drei Milliarden Jahren von einem riesigen Ozean bedeckt waren. Innerhalb zuvor identifizierter, alter Küstenlinien auf dem Mars wurden mittels Radar Sedimente entdeckt, die auf einen Meeresboden hindeuten.

Bereits seit 2005 ist MARSIS (die Abkürzung steht für Mars Advanced Radar for Subsurface and Ionospheric Sounding) im Einsatz und hat seitdem kontinuierlich Daten gesammelt. Jérémie Mouginot vom Institut de Planétologie et d'Astrophysique de Grenoble (IPAG) und der University of California in Irvine und seine Kollegen haben jetzt die über mehr als zwei Jahre gesammelten Daten ausgewertet.

Hinweise auf Ozeane

Dabei haben sie entdeckt, dass die nördlichen Ebenen des Mars mit einem Material von nur sehr geringer Dichte bedeckt sind. "Wir nehmen an, dass es sich bei diesem Material um Sedimentablagerungen handelt, die eventuell auch reich an Eis sein könnten", erklärt Mouginot. "Dies deutet stark darauf hin, dass es dort einmal einen Ozean gab." Schon zuvor wurde vermutet, dass auf dem Mars früher Ozeane existierten. Auf Bildern, die von verschiedenen Raumsonden aufgenommen wurden, konnten vorläufig Strukturen identifiziert werden, die an Küstenlinien erinnern.

Das Thema bleibt jedoch umstritten. Man diskutiert die Existenz zweier Ozeane zu unterschiedlichen Zeiten: vor vier Milliarden Jahren, als das Klima auf dem Mars vermutlich deutlich wärmer war, und vor drei Milliarden Jahren, als nach einem großen Einschlag unterirdisches Eis schmolz und tiefe Abflussrinnen entstanden, durch die das Wasser in niedrigere Regionen fließen konnte.

Sedimentgestein und Eis?

"Das MARSIS- Signal dringt tief in den Boden ein und liefert aus bis zu 80 Metern Tiefe Daten über den Untergrund des Planeten", erklärt Wlodek Kofman, der das Radar- Team am IPAG leitet. "In diesem Tiefenbereich sehen wir durchgehend Hinweise auf Sedimentgestein und Eis."

Die von MARSIS erkannten Sedimente sind Regionen mit niedriger Radarreflektion. Solche Sedimente sind typischerweise körnige Materialien von geringer Dichte, die durch Erosion von Wasser abgetragen wurden und sich dann an anderer Stelle abgelagert haben.

Dieser jüngere Ozean bedeckte die Oberfläche wahrscheinlich jedoch nur temporär. Innerhalb von etwa einer Million Jahren oder weniger, so schätzt Mouginot, ist das Wasser entweder wieder in den Untergrund gesickert und zu Eis gefroren oder in die Atmosphäre verdampft.

Keine Hinweise auf Leben

"Ich glaube nicht, dass der Ozean lange genug existierte, damit Leben darin entstehen konnte." Um Hinweise auf Leben zu finden, werden Astrobiologen noch weiter in die Vergangenheit des Mars zurückblicken müssen, in der Wasser über längere Zeiträume in flüssiger Form existierte.

Dennoch liefert diese Arbeit einige der bisher besten Beweise dafür, dass es einmal größere Wassermengen auf der Marsoberfläche gab und bestätigt die wichtige Rolle, die flüssiges Wasser in der geologischen Geschichte des Mars gespielt hat.

"Mars Express lieferte bereits früher Hinweise auf die Existenz von Wasser auf dem Mars. Diese basierten jedoch auf Bildern, mineralogischen Daten sowie atmosphärischen Messungen. Jetzt haben wir zusätzlich die Aufnahmen des Untergrund- Radars", so Oliver Witasse, Projektwissenschaftler der ESA für Mars Express. "Damit können wir dem Puzzle weitere Teile hinzufügen. Es bleibt aber die Frage: Wohin ist das ganze Wasser verschwunden?"

AG/red
Lesezeichen hinzufügen:
Schließen
Lesezeichen Drucken
0
Du hast einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreibe hier dein Storyposting! Du möchtest mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht dir jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings, bitten wir dich, unsere AGB und Netiquette einzuhalten!
Kommentar schreiben
500 Zeichen frei.
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; 1190 Wien, Muthgasse 2
Krone Multimedia © 2011 Krone.at | Impressum