Das internationale Forscherteam um Dimitrios Floudas von der Clark University in Worcester (USA) hatte das Erbgut verschiedener Weißfäulepilze mit den Genomen von Braunfäulepilzen verglichen. Letztere können Lignin nicht spalten. Der genetische Unterschied lässt darauf schließen, dass die Weißfäulepilze vor 290 Millionen Jahren das Lignin spaltende Enzym entwickelten und zugleich eine eigene Gattung bildeten. Zum selben Zeitpunkt endete auch das Karbon, das Steinkohlezeitalter, in dem die noch heute geförderte Steinkohle entstand.
Und das nicht zufällig, denn die Wissenschaftler sehen einen direkten Zusammenhang, wie sie im Fachjournal "Science" berichten. Damit aus Pflanzenmaterial mittels Druck und unter Sauerstoffausschluss Steinkohle wird, darf es zuvor nicht verrotten. Davor schützte es der Baustoff Lignin, der das Holz für viele Pilze unverdaulich machte. Mit dem Aufkommen der das Lignin zersetzenden Weißfäulepilze war dieser Schutz nicht mehr vorhanden.
Nach Angaben der National Science Foundation der USA wollen die Forscher die Weißfäulepilze zukünftig nutzen, um die für Bakterien unverdaulichen Lignin- Cellulose- Netzwerke vieler Pflanzen, die bei der Produktion von Biokraftstoffen hinderlich sind, zu knacken. So könnten die darin enthaltenen Zucker für die Produktion der Kraftstoffen genutzt werden.
Das Bild zeigt eine Elektronenmikroskopaufnahme von Holz, dessen Struktur einschließlich Lignin und Zellulose weitgehend durch Weißfäule zerstört ist.