Exoplanet entdeckt

Neue “Super-Erde” besteht zu drei Vierteln aus Wasser

Wissen
17.12.2009 10:16
Ein Forscherteam mehrerer Universitäten hat erstmals bei einem erdähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems eine Atmosphäre nachgewiesen. Die "Super-Erde" besteht außerdem zum überwiegenden Teil aus Wasser. Auf der Oberfläche des Himmelskörpers ist es aber viel zu heiß für Leben. Auch die Atmosphäre ist zu dicht dafür.

Der neu entdeckte Planet mit dem Namen GJ1214b sei etwa sechsmal schwerer als die Erde und sein Durchmesser 2,7-mal größer, erklärten die Forscher. Es ist erst der zweite Planet dieser Größenordnung außerhalb unseres Planetensystems, für den Forscher sowohl Gewicht als auch Durchmesser bestimmen konnten.

Die beiden Entdeckungen lieferten dem Astronomenteam der Universitäten Harvard, Kalifornien, Genf und Grenoble Hinweise auf die Zusammensetzung des Planeten. Wie sie im Fachmagazin "Nature" berichten, besteht GJ1214b wohl zu drei Vierteln aus Wasser und Eis, der Rest ist Silizium und Eisen.

Sehr nahe an seiner Sonne
Der "nur" 42 Lichtjahre entfernte Planet kreist in einer Distanz von nur zwei Millionen Kilometern alle 38 Stunden einmal um seine Sonne. GJ1214b liegt damit 70-mal näher an seiner Sonne als die Erde an unserer, erklärte die Europäische Südsternwarte ESO. Auf der Oberfläche des Planeten herrschen deshalb Temperaturen zwischen 120 und 280 Grad Celsius.

Den Astronomen fiel noch etwas bei ihren Beobachtungen auf: Die rund 200 Kilometer hohe Atmosphäre ist viel dichter als jene der Erde und verhindert deshalb ein Durchdringen des Lichts bis zur Oberfläche des Planeten. Die enorme Dichte sorgt außerdem dafür, dass der Atmosphärendruck etwa 20.000-mal so hoch ist wie der Druck auf Erd-Meeresspiegel-Niveau. Zusammen mit den hohen Temperaturen mache dies den Planeten völlig unbewohnbar für Leben, wie wir es kennen, schreibt die ESO. 

Einfach zu beobachten
Dadurch, dass der Planet relativ nahe an der Erde liegt, ist er vergleichsweise einfach zu beobachten, auch mit gängigen Teleskopen. Das Weltraumteleskop Hubble könnte gar die genaue Zusammensetzung der Atmosphäre bestimmen, glauben die Forscher.

Erst im September hatten Forscher erstmals Durchmesser und Gewicht eines erdähnlichen Exoplaneten, CoRoT-7b, bestimmt. Die Wissenschafter entdeckten damals, dass CoRoT-7b im Gegensatz zu GJ1214b wahrscheinlich zum Großteil aus Gestein oder Lava besteht.

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