Viele der Befragten leiden unter Lärmüberempfindlichkeit (18 Prozent), Höreinbußen (14%) oder Tinnitus (13%). Ein Fünftel der Orchester-Mitglieder klagte zudem über Schulter- und Nackenschmerzen, zwölf Prozent über Augenprobleme, bilanziert die Hochschule. Gründe dafür sind die unbequeme Körperhaltung auf nicht gut einstellbaren Stühlen und das schlechte Licht im Orchestergraben. Belastend sei für die Musiker zudem die Hitze, so die Forscher der Hochschule Luzern.
Soziales Klima schlägt auf das Wohlbefinden
Außerdem stören Konkurrenzdruck und mangelnde Solidarität die Harmonie im Orchester und schlagen auf das Wohlbefinden. Belastend sind für viele der befragten Musiker auch die steile Hierarchie, der geringe Austausch, die intensive Gruppenarbeit, der strenge Spielplan sowie die Abend- und Wochenendarbeit. Konzertmeister und Stimmenführende fühlen sich in ihren Führungsfunktionen oft überfordert, so das Credo der Studie.
Wenig erstaunlich ist hingegen die Erkenntnis, dass eine positive Stimmung im Orchester und ein gutes Verhältnis zum Dirigenten zentral für die Arbeitszufriedenheit sind. Auch der Applaus des Publikums wirkt sich positiv aus, genauso wie das Bewusstsein, in einem guten Orchester mitzuspielen und anspruchsvolle Werke spielen zu können, so die Experten.
Viele Musiker ein Arbeitsleben lang im Orchester
Für viele Musiker ist das Engagement in der Philharmonia Zürich eine Lebensstelle. Die Befragten waren im Schnitt seit 17 Jahren dort engagiert. Die Arbeitsplatzsicherheit, das Gehalt und der Gesamtarbeitsvertrag seien deshalb wichtig, teilte das Department Sozial Arbeit an der Hochschule Luzern mit.
Die Orchesterleitung des Opernhauses Zürich will aufgrund der Ergebnisse nun ein betriebliches Gesundheitsmanagement aufbauen. Neu gibt es für die Musiker ein Massageangebot. Geplant sind ferner Duschen, ein Ruheraum, neue Stühle und ein neues Pultbeleuchtungssystem sollen angeschafft werden. Auch das soziale Klima im Orchester soll verbessert werden.
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