Menschlichen Embryo aus Hautzellen geklont

17.01.2008, 22:45
Menschlichen Embryo aus Hautzellen geklont
Aus einer Hautzelle haben amerikanische Forscher nach eigenen Angaben einen menschlichen Embryo geklont. Damit ist der Forschung ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Herstellung maßgeschneiderter embryonaler Stammzellen gelungen. Die am Donnerstag vom Fachmagazin "Stem Cells" online publizierten Ergebnisse sind der erste dokumentierte Beweis dafür, dass gewöhnliche menschliche Zellen ausreichen, um geklonte Embryonen herzustellen, mit denen es möglich wäre, Stammzellen zu produzieren.

Wie Samuel Wood, einer der Autoren des Berichts und Chef der kalifornischen Gen- Firma Stemagen, erklärte, versuche sein Team nun im nächsten Schritt, embryonale Stammzellen herzustellen. Diese sind eine große Hoffnung der Medizin: Sie könnten bei der Untersuchung von Krankheiten helfen und eines Tages auch die Transplantationsmedizin revolutionieren. Herzkrankheiten, Diabetes oder auch Parkinson könnten besser behandelt werden.

Embryonale Stammzellen als nächstes Ziel

Experten reagierten jedoch gelassen auf die Ergebnisse vom Donnerstag. Da es anderen Forschern bereits gelungen sei, menschliche Embryonen zu klonen, könne er nur schwer erkennen, was an der Veröffentlichung der Forscher überragend neu sein soll, erklärte Doug Melton vom Institut für Stammzellenforschung der Universität Harvard. "Der nächste große Schritt ist die Produktion embryonaler Stammzellen. Das muss erst erreicht werden", erklärte der Wissenschaftler. Der koreanische Forscher Hwang Woo Suk hatte damit 2004 weltweit Schlagzeilen gemacht. Er behauptete, es geschafft zu haben, musste später allerdings seinen Betrug eingestehen.

Kritiker sehen in der Gewinnung embryonaler Stammzellen eine unmoralische Technologie. Für sie geht es darum, menschliches Leben in einem Labor zu erschaffen, nur um es dann wenige Tage später zu zerstören - um an die Stammzellen zu kommen. Auch Gesundheitsrisiken für Frauen, die sich für die Eizellspende einer Hormonbehandlung unterziehen müssen, werden immer wieder kritisch angeführt. Wegen dieses Einwandes hatte ein Forscherteam im November Furore gemacht, dem es erstmals gelungen war, Hautzellen in Stammzellen umzuwandeln.

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