Was in den Jahren nach dem Ausbruch des Tambora-Vulkans in Indonesien 1815 geschah, könnte auch heute passieren, sagt Vetters. Damals blieb der Schnee den ganzen Sommer lang bis auf 1.000 Meter hinunter liegen, die Bergbauern verloren ihre Lebensgrundlage und flüchteten in die Stadt.
Geologe ortet einige Gefahrenherde
Dass dieses Szenario bald Wirklichkeit wird, findet Vetters gar nicht so unrealistisch: "Wir müssen damit rechnen, dass sich innerhalb von mehreren Jahren der Tambora oder ein anderer Vulkan in dieser Gegend wieder meldet", sagt der Geologe. Ebenso könnte ein Vulkan Neuseelands wie etwa der Taupo explodieren. Die Anzeichen dafür – in Form von Erdbeben – würden sich häufen. Zum Beispiel jenes Erdbeben im Indischen Ozean 2004, das verheerende Tsunamis auslöste, und das Christchurch-Erdbeben 2011 in Neuseeland. "Weder in Indonesien noch in Neuseeland hat die Erde seitdem Ruhe gefunden", sagte Vetters.
"Ein Erdbeben bedeutet, dass in den Gesteinsschichten der Kontinentalkruste Entspannungen eingetreten sind", erklärte er. Eine Entspannung wiederum könne jederzeit zu einem Vulkanausbruch führen. "Im Jahr 63 nach Christus gab es in Pompeji ein schweres Erdbeben, 79 brach der Vesuv aus", so Vetters. Dies sei das berühmteste, aber nicht das einzige Beispiel dafür, dass Erdbeben und Vulkanausbrüche zusammenhängen.
Asche und Gase würden Himmel eintrüben
Bei einem "Mega-Vulkanausbruch" würden gigantische Mengen (mehr als 100 Kubikkilometer) an Asche, Wasserdampf und andere Gase in die Atmosphäre geschleudert, wo sie sich durch Höhenwinde innerhalb von acht Wochen über die ganze Erde verteilen und den Himmel eintrüben. So erreichen weniger Sonnenstrahlen die Erdoberfläche und es wird kalt, erklärte Vetters die globalen Auswirkungen.
Damit würde sich das Klima für einige Jahrzehnte abkühlen und vom Treibhauseffekt wäre kaum mehr etwas zu spüren, meint der Geologe. Doch er zerstreut die Hoffnung, dass ein Vulkan den Menschen die Aufgabe abnimmt, den Klimawandel in den Griff zu bekommen: "Wenn ein Mega-Vulkanausbruch eine kleine Eiszeit bringt, müssten die Menschen mehr heizen und würden so noch mehr CO2 in die Atmosphäre abgeben" - dies würde die Situation auf lange Sicht also nur noch schlimmer machen.
"Aus Sicht der Geologen kann der Mensch nur durch Einsparungen bei Energie und CO2-intensiver Industrie eine Reduktion des Treibhauseffektes und der Klimaerwärmung erreichen", so Vetters.
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