Wichtig bei der Balz

Leierschwänze haben eigene Tänze zu jeder Melodie

Wissen
06.06.2013 18:00
Musik und Tanz gehören eng zusammen - auch für manche Vögel. Der Graurücken-Leierschwanz in Australien tanzt bei der Balz nicht nur zum eigenen Gesang, er wählt zu den verschiedenen Tonfolgen auch jeweils ganz bestimmte Tanzschritte, wie australische Forscher jetzt mithilfe von Filmaufnahmen herausgefunden haben.

Demnach kombinieren die Tiere mit ihrem Gefieder und Schwanz immer wieder bestimmte Bewegungen mit bestimmten Gesängen. "Genauso wie wir Walzer tanzen bei Walzermusik oder Salsa zu Salsa-Musik, so treten die Leierschwänze seitwärts und spreizen ihre Schwanzfedern wie einen Schleier zu einem Gesang, der klingt wie ein Spielautomat aus den 1980er-Jahren", sagte Anastasia Dalziell von der Universität von Canberra, die zwölf männliche Graurücken-Leierschwänze bei ihrer Brautwerbung gefilmt hat.

Zu einem ruhigeren Gesang würden sie dagegen mit den Flügeln schlagen und ihre Schwanzfedern hoch und eng zusammen halten, sodass es aussieht wie ein Irokesenschnitt, berichten die Forscher in der Zeitschrift "Current Biology".

Tiere beherrschen vier Grundtypen von Gesängen
Die unseren Fasanen ähnelnden Vögel beherrschten vier Grundtypen von Gesängen, und zu jedem gebe es spezielle Bewegungen, berichtet die Biologin. Die Leierschwänze könnten auch singen, ohne zu tanzen. Und zuweilen machten sie Fehler in ihrer Schrittfolge. Tanzen sei für die Vögel wohl genauso schwierig wie für Menschen, mutmaßen die Forscher. Die Männchen steckten eine ganze Menge Arbeit in ihre Tänze und übten jahrelang. Die Bewegungen scheinen eine Art Bonus zu sein, der ihrem Auftritt vor begehrten Weibchen mehr Glanz verleihen soll.

Die Vorlieben der Vogeldamen sind allerdings für den Menschen nicht immer leicht zu verstehen. "Manchmal habe ich Auftritte von Männchen gesehen, die mir wunderbar und perfekt vorkamen, und dann hat sich das Weibchen abgewendet und interessierte sich für den Nachbarn", berichtet Dalziell. In der Paarungszeit schauten sich die Weibchen Gesangs- und Tanzdarbietungen von mehreren Männchen an.

Noch unklar, wie die Tiere ihre Choreographie lernen
Die Beobachtungen zeigten, dass die enge Verbindung von Musik und Bewegung, die sich bei Menschen rund um den Globus finde - und sogar weit gehen könne, dass manche Gesellschaften nur ein einziges Wort für beides besäßen -, kein rein menschlicher Zug sei. Vielmehr könne man von einer gemeinsamen Evolution dieser Verhaltensweisen ausgehen, schließt die Forscherin. Es müsse weiter untersucht werden, wie die Tiere Laute und Bewegung koordinieren und wie sie das lernen.

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