"Wir haben die Aktivität von Nervenzellen in der Hörrinde des Gehirns gemessen", erläuterte der Psychologe Henning Teismann vom Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse der Universität Münster. Zwei Gruppen von Probanden im Alter von 20 bis 30 Jahren wurden verglichen. Die Mitglieder der einen Gruppe hatten ihren Ohren jahrelang häufig laute Musik zugemutet, die Teilnehmer der anderen Gruppe hingegen nicht.
"Die Gehirne derjenigen Probanden, die regelmäßig laute Musik hören, hatten Schwierigkeiten, Testtöne aus Hintergrundrauschen herauszufiltern, wenn die Probanden während der Messung von den Tönen abgelenkt wurden", sagte Teismann.
Defizit nicht ausgleichbar
"Offensichtlich kann man dieses Defizit ausgleichen, wenn man sich auf die Testtöne konzentrieren darf." Doch funktioniere diese Kompensation durch Aufmerksamkeit vermutlich nicht auf unbegrenzte Zeit. "Wir haben die Vermutung, dass sich mittel- bis langfristig auch alltagsrelevante Hörschäden zeigen werden, wenn die Probanden ihr Musikhörverhalten nicht ändern. Die Vorboten dieser zukünftigen Beeinträchtigungen konnten wir möglicherweise bereits jetzt im Gehirn der Probanden messen". Teismann betonte, dass vermutlich besonders regelmäßiges lautes Musikhören mit Ohrhörern schädlich sei.
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