Diese Veränderung steht in direktem Zusammenhang mit den sogenannten "verrückten 80er-Jahren", wo ein plötzlicher Temperaturanstieg registriert wurde, erläuterte Koch. Vor allem am Beginn des meteorologischen Frühlings beeinflussen die Temperaturen den Zeitpunkt der ersten Blüten wesentlich. Vergangenes Jahr etwa waren der Winter extrem mild und der April sehr sonnig, deshalb ist der Flieder im steirischen Weiz vergangenes Jahr schon am 18. April erblüht. Das ist eine Abweichung von 21 Tagen vom langjährigen Österreich-Durchschnitt.
Heuer haben die ersten Frühlingsboten, nämlich Schneeglöckchen, Haselstrauch, Forsythie, Marille und Lärche ihre Blüten ebenfalls viel früher geöffnet als normalerweise.
Pflanzen werden auch früher reif
Auch die Reife heimischer Pflanzen hat sich in den vergangenen Jahren stark nach vorne verschoben. Am Beispiel der Weinlese, zu der es etwa in Frankreich eine mehr als 500-jährige Beobachtungsreihe gibt, sei dies besonders deutlich zu sehen, erklärte Koch. Beispielsweise wurde die Traubenernte in unseren Breiten noch nie so früh durchgeführt wie 2003: Der Sommer vor fünf Jahren war nämlich in Mitteleuropa der wärmste in 1.000 Jahren.
Die ZAMG betreibt seit 1852 ein Messnetz mit derzeit rund 100 Beobachtungsorten. Nach einigen Unterbrechungen werden seit 1951 wieder kontinuierlich die ersten Blüten, die erste Fruchtreife und Blattentfaltung, der erste Austrieb sowie der erste Blattverfall bestimmter Pflanzen dokumentiert. Rund 80 bis 90 Freiwillige retournieren ihre Beobachtungsbögen einmal im Jahr.
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