Das kosmische Drama, das zwei Forschergruppen unabhängig in den Fachblättern "Nature" und "Astrophysical Journal Letters" beschreiben, spielt sich in 12,4 Millionen Lichtjahren Entfernung im Sternbild Jagdhunde ab. Die Zwerggalaxie mit der Katalognummer NGC 4449 (im Bild oben links) ist dort gerade dabei, sich einen noch kleineren, erstmals 2007 beobachteten (und durch rote Pfeile gekennzeichneten) Begleiter einzuverleiben.
Der gängigen Vorstellung zufolge bilden sich große Galaxien aus der Verschmelzung zahlreicher kleinerer. Unklar ist jedoch, ob sich auch Zwerggalaxien bereits auf diese Weise bilden oder ob sie direkt aus intergalaktischem Gas entstehen.
"Die Modelle sagen vorher, dass Zwerge andere Zwerge verschlingen sollten", erläuterte der Forschungsleiter einer der beiden Gruppen, David Martínez- Delgado, in der MPIA- Mitteilung. "Jetzt haben wir eine solche Mahlzeit erstmals direkt beobachten können und so ein wichtiges Puzzlestück der Galaxienentwicklung gefunden."
Die Form der Begleitergalaxie zeige, dass sie mit dem größeren Partner in Kontakt getreten und durch dessen Schwerkraft angeknabbert worden sei, schreiben die Wissenschaftler, die hoffen, weitere Zwerggalaxie- Kannibalen aufzuspüren. MPIA- Astronomin Michelle Collins betonte: "Jetzt, wo wir wissen, wie eine halb verdaute Zwerggalaxie aussieht, sollten wir in der Lage sein, weitere Beispiele für Zwerge zu finden, die andere Zwerge verschlingen."