Neue Theorie

Kam Tutanchamun durch Reitunfall ums Leben?

Wissen
29.11.2006 13:35
Nach mehr als drei Jahrtausenden ist die Todesursache des ägyptischen Pharaos Tutanchamun möglicherweise geklärt. Der junge Herrscher könnte nach den Erkenntnissen eines internationalen Forscherteams an den Folgen eines Reitunfalls gestorben sein, wie die britische Tageszeitung "The Guardian" berichtete. Demnach ergab eine Untersuchung der weltbekannten Mumie per Computertomographie, dass sich Tutenchamun vermutlich beim Sturz vom Pferd den linken Oberschenkel brach. Die offene Wunde hatte dann möglicherweise eine Blutvergiftung zur Folge.

Die Suche nach der Ursache für Tutanchamuns frühen Tod beschäftigt die Welt der Forschung schon seit fast einem Jahrhundert. Sein Grab war 1922 von einem Ausgrabungsteam unter Leitung des Briten Howard Carter im ägyptischen "Tal der Könige" entdeckt worden. Nach heutigem Forschungsstand regierte Tutanchamun nur etwa ein Jahrzehnt, in der Zeit von 1319 bis 1309 vor Christus. Bei seinem Tod soll er erst 19 Jahre alt gewesen sein. Deshalb wird bislang in der Expertenwelt bislang auch ein Mord für möglich gehalten.

Computertomographie zeigt Oberschenkelbruch
Das Forscherteam unter Leitung des ägyptischen Radiologen Ashraf Selim kam jetzt jedoch zu der Erkenntnis, dass Tutanchamun vermutlich an den Folgen eines Unfalls starb. Den Wissenschaftlern gelang es, die Mumie des etwa 1,80 großen Mannes mit Hilfe einer Computertomographie in rund 1900 dreidimensionale Einzelbilder zu zerlegen. Daran ließ sich erkennen, dass der Pharao einen komplizierten Bruch des Oberschenkels erlitt - möglicherweise bei einem Sturz vom Pferd beim Sport oder beim Jagen.

"Aus meiner Sicht war das ein tödlicher Bruch", sagte einer der beteiligten Forscher, der Schweizer Frank Rühli vom Anatomischen Institut der Universität Zürich. "Die Verletzung hat vermutlich ein wichtiges Blutgefäß zerrissen und war offen. Das ist unter Reitern eine verbreitete Verletzung. Ohne Antibiotika oder eine Operation kann er innerhalb weniger Tage an einer Blutvergiftung gestorben sein." Die Studie wurde auf einem Kongress der nordamerikanischen Radiologen-Gesellschaft in Chicago präsentiert

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