"Es ist höchste Zeit, die tatsächliche
Situation zu erfassen. Denn eine Naturkatastrophe kann uns jederzeit
treffen", meint Arun Bhakta Shresta vom Nepal Department of Hydrology
and Meteorology laut pressetext.austria. Langfristig könnten
alle Gletscher in der Region verschwinden. Das würde dann
zu extremen Überschwemmungen führen. Von den 3.300 Gletschern
der Region haben 2.300 Seen. Bei Temperaturerhöhungen wie
sie derzeit stattfinden, schwellen diese Seen auf immer größere
Ausmaße an. Kein Mensch weiß, wie stark diese Gletscherseen
in den vergangenen Jahren gewachsen sind und ob manche davon schon
nahe am Bersten sind, so die Experten. Gefährdet von den
Sturzfluten sind Menschen in den Staaten Indien, Nepal, Bangladesch
und Bhutan.
Solche Katastrophen sind in Nepal nicht unbekannt
und kamen in den vergangenen 70 Jahren mehr als ein Dutzend Mal
vor. Dabei werden Dörfer, Straßen, Wege und Brücken
zerstört. 1985 ist in Khimbu, Nepal, ein Gletschersee geborsten
und hat 20 Menschen das Leben gekostet und große Schäden
angerichtet. Zwischen 1970 und 1989 haben japanische Forscher
entdeckt, dass in der Khumbu- Region die Gletscher um 30 bis 60
Meter zurückgegangen sind. Auch in der Dhaulagiri- Region
konnten die Wissenschaftler ähnliche Werte messen. Die Experten
sind sich einig, dass diese Region besser und genauer untersucht
werden muss.
Trockene Flüsse befürchtet
Langfristig gesehen, fürchten die Klimatologen
und Hydrologen, könnte die globale Erwärmung aber in
der Region zu vermehrter Trockenheit führen: So stammen fast
70 Prozent des Wasservolumens des Ganges von Flüssen aus
Nepal. Diese werden wiederum von den Gletschern der Himalaya- Region
gespeist. Wenn die Gletscher verschwinden, werden diese Flüsse
weit weniger Wasser führen und möglicherweise sogar
austrocknen. "In einigen Flüssen wird bis zu 90 Prozent weniger
Wasser fließen", erklärt Syed Iqbal Hosnain von der
indischen University of Calicut. Die genauen Auswirkungen lassen
sich aber derzeit noch nicht abschätzen, denn dazu fehlen
die Zahlen.