Duftprobe reicht

Hautkrebs kann man riechen

Wissen
21.08.2008 15:47
Gefährliche Hauttumore können möglicherweise schon bald ohne schmerzhafte Gewebeentnahme erkannt werden. US-Wissenschaftler haben festgestellt, dass Hautkrebszellen ein charakteristischer Geruch entströmt, der sich von dem gesunder Haut unterscheidet. Jetzt wollen sie einen simplen Geruchstest entwickeln, der dabei helfen kann, Hautkrebs schon frühzeitig zu diagnostizieren.

Basalzellenkrebs ist der häufigste maligne Tumor der Haut. Wissenschaftler des Monell Chemical Senses Center in Pennsylvania haben Proben von der Luft direkt über Basaliomen gesammelt und dabei festgestellt, dass sie sich von vergleichbaren Proben gesunder Haut unterscheiden. Das Team rund um die Dermatologin Michelle Gallagher sagte auf dem Jahrestreffen der American Chemical Society in Philadelphia, dass diese Erkenntnis die Möglichkeit eröffne, einen kostengünstigen und schmerzlosen Test zu entwickeln. 

Haut sondert eine Art Gas ab
Die Forscher gingen davon aus, dass die menschliche Haut Chemikalien wie ein Gas freisetzt, die über einen Geruch verfügen. Das Team nutzte die Gaschromatographie mit Massenspektrometrie-Kopplung (GC/MS), um die genaue chemische Zusammensetzung zu ermitteln.

Insgesamt 22 Patienten wurden getestet: elf, die an einem Basaliom litten, und elf, die nicht erkrankt waren. Alle Luftproben enthielten die gleichen Bestandteile. Bei den Krebspatienten zeigten sich jedoch deutlich andere Konzentrationen bestimmter Chemikalien. Aus diesen Erkenntnissen könnte laut Gallagher ein Profil dieser Krebsform erstellt werden. "Unsere Forschungsergebnisse könnten Ärzten eines Tages ermöglichen Hautkrebs bereits in einem sehr frühen Stadium zu erkennen." Die Wissenschaftlerin plant bereits, weitere Profile anderer Formen von Hautkrebs zu erstellen. Dazu gehören auch die viel gefährlicheren Melanome. 

Hunde erschnüffeln Krebs
Carolyn Willis vom Amersham Hospital in Großbritannien versucht ebenfalls, einen Test zu entwickeln, der auf den gleichen Prinzipien beruht. Ihre Sensoren sind jedoch lebendig: Ihr Team trainierte Hunde, die geringen Veränderungen im Geruch des Urins zu erkennen, die auf einen Blasenkrebs hinweisen können. Sie hofft, mit diesem Verfahren auch Prostata- und Hautkrebsformen erkennen zu können. Die Nase eines Hundes sei eines der denkbar empfindlichsten Instrumente. Der Vorteil bestehe darin, dass das Tier darauf abgerichtet werden kann, verschiedene Geruchsmuster zu erkennen. Weltweit wird von Forschungsteams an ähnlichen Projekten gearbeitet. Ein Ansatz ist es zum Beispiel, aufgrund der ausgeatmeten Luft zu untersuchen, ob eine Tumorerkrankung der Lunge vorliegt. (Quelle: pte)

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