Bei hoher Dosis

Handystrahlung kann bei Ratten das Lernen behindern

Wissen
20.06.2011 15:04
Schon seit Langem wird über mögliche Risiken durch Handstrahlung diskutiert: Jetzt konnten deutsche Neurowissenschaftler nach eigenen Angaben erstmals nachweisen, dass starke Handystrahlung bei Ratten tatsächlich Lernprozesse im Gehirn behindert, und zwar unabhängig von anderen Einflussfaktoren wie etwa Stress.

Die Ergebnisse zur Auswirkung der Handystrahlung auf Ratten könnten zwar nicht ohne Weiteres auf Menschen übertragen werden, erklärten die Experten. Sie zeigten aber am Tiermodell, dass elektromagnetische Felder "im Prinzip Lernprozesse im Gehirn beeinträchtigen können", teilte die Ruhr-Universität Bochum am Montag mit.

Telefonieren ist aber ungefährlich
Sorgen brauche sich dennoch niemand zu machen: Für normale Handy-Benutzer sei das Telefonieren unbedenklich, da sie nicht ausreichend starken Feldern ausgesetzt seien. Anders sieht es nach Ansicht der Forscher aber unter anderem bei Sicherheitsdiensten und im militärischen Bereich aus, wo wegen der Verwendung spezieller Antennen höhere Grenzwerte erreicht würden, die kontrolliert werden müssten.

WHO warnt vor Handystrahlung
Erst Anfang Juni hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO mitteilte, dass von Mobiltelefonen eine Gesundheitsgefahr ausgehen kann, denn Handystrahlung sei "möglicherweise krebserregend". Zu diesem Schluss kamen Experten der Internationalen Agentur für Krebsforschung IARC in einer aktuellen Studie (Bericht in der Infobox). Der internationale Verband der Handyproduzenten wies den Bericht erwartungsgemäß zurück.

Österreichische Experten hatten Ende März berichtet, 100 weltweiten Studien des letzten Jahres zufolge sei Handystrahlung nicht schädlich (siehe Infobox).

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