Die Sinnesleistung der Großen Wachsmotte übertrifft die des bisherigen Rekordhalters, des amerikanischen Schwammspinners, um das Doppelte, berichtet Hannah Moir von der Universität von Strathclyde in Glasgow in der Zeitschrift "Biology Letters" der Royal Society. Der Schwammspinner, ein Nachtfalter, kann nur Töne bis 150 Kilohertz erkennen. Die höchsten Töne, die von auf Motten jagenden Fledermäusen bekannt sind, reichen dagegen bis 212 Kilohertz.
Im "Rüstungswettstreit" der Evolution zwischen den mit Ultraschall jagenden Fledermäusen und den Motten, die versuchen, ihnen auszuweichen, ist die Große Wachsmotte ihren Feinden also bereits einen Schritt voraus.
Membran und nur vier Hörzellen
Das ist aus Gründen der Evolution kaum zu verstehen. Moir und ihre Kollegen glauben daher, dass die extreme Fähigkeit, hohe Töne zu erkennen, eher ein Nebenprodukt ist. Sie könnte sich aus der größeren Steifigkeit der Hörmembran der Motten ergeben, die nötig ist, um schnell aufeinanderfolgende Signale zeitlich aufzulösen. Das Hörorgan der Wachsmotten ist sehr einfach aufgebaut: Es besteht aus einer schwingenden Membran und nur vier Hörzellen.
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