Größtes optisches Spiegelteleskop geht in Betrieb

27.07.2012, 10:30
Größtes optisches Spiegelteleskop geht in Betrieb (Bild:  (Bild: H.E.S.S. Collaboration/Frikkie van Greunen))
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Es ist 40 Meter hoch, rund 580 Tonnen schwer und hat eine Spiegelfläche von 614 Quadratmetern: In Namibia ist am Donnerstag das weltweit größte optische Teleskop in Betrieb gegangen. Mit ihm suchen Forscher am Nachthimmel nach dem Ursprung der kosmischen Strahlung und wollen etwa die Vorgänge in explodierenden Sternen und aktiven Galaxien unter die Lupe nehmen.

"Es wird die energiereichsten und extremsten Phänomene im Universum im sehr hochenergetischen Gammalicht beobachten", teilte das federführende Max- Planck- Institut für Kernphysik in Heidelberg mit. Die Spiegelfläche entspreche der Fläche von zwei Tennisplätzen.

Astrophysiker gingen davon aus, dass Gammastrahlen (Bild 2 zeigt in einer Montage jene am Himmel über Namibia) von natürlichen kosmischen Teilchenbeschleunigern wie supermassiven Schwarzen Löchern, Doppelsternen, Pulsaren, Galaxienhaufen, Supernovae oder vielleicht auch den Relikt- Teilchen aus dem Urknall erzeugt werden.

"Das neue Teleskop erweitert das 'H.E.S.S.'- Experiment (die Abkürzung steht High Energy Stereoscopic System, Anm.), zu dem bereits vier kleinere, seit 2004 in Namibia betriebene Zwölf- Meter- Teleskope gehören", hieß es in Hamburg. Mit den vier Teleskopen hätten die Forscher bereits eine Vielzahl von Strahlungsquellen entdeckt, erklärte Dieter Horns vom Institut für Experimentalphysik: "Doch das neue Teleskop stellt alles bisher Dagewesene sprichwörtlich in den Schatten."

Österreich unter den Partnerländern

Das Teleskop "H.E.S.S. II" wurde unter Beteiligung der Hamburger Universität in Namibia gebaut. Neben dem Max- Planck- Institut sind außerdem die Universitäten Erlangen, Tübingen, Heidelberg, Bochum und die Humboldt- Universität Berlin beteiligt. Internationale Partnerländer sind neben Österreich Frankreich, Armenien, Schweden, Großbritannien, Irland, Polen, Tschechien, Australien, Namibia und Südafrika.

AG/red
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