AK- Expertin Petra Lehner kritisiert: Gesundheitswerbung
braucht eine solide wissenschaftliche Basis, die den Mehrpreis
rechtfertigt. Daher fordert die AK Regeln für Wellnessprodukte:
Nicht beweisbare Werbeaussagen müssen verboten, Zuckermenge
und Nährwertkennzeichnung verpflichtend angegeben werden.
20 Milchdrinks getestet
Die AK hat 20 Milchdrinks mit Wohlfühl- oder
Gesundheitsslogans unter die Lupe genommen, wie z.B. Actimel,
Frilatti, LC1 go, Fidus aktiv, Fastenmilch, Alpha pan oder Latella.
Bereits im Vorjahr hat die AK bei diesen Drinks Etiketten und
Zusammensetzung erfasst und bewertet. Die Hersteller wurden um
genaue Infos über die den Werbebotschaften zu Grunde liegenden
wissenschaftlichen Belege gebeten. Zwei haben nicht geantwortet,
der Rest unterschiedlich ausführlich. Im heurigen Herbst
hat die AK nachkontrolliert, ob die Etiketten geändert wurden,
und wie sich Markt und Preis entwickelt haben: Einige der Produkte
sind verschwunden, andere durch Nachfolger ersetzt worden, die
Werbung ist im Wesentlichen gleich geblieben. Die Preise sind
ungleich - Molkeprodukte sind billiger, Milchmischgetränke
teurer geworden.
Nutzen nicht bewiesen
Die AK- Kritikpunkte: Kein Hersteller hat Produkttests.
Ein über die positiven Wirkungen von Milchprodukten hinausgehender
Nutzen konnte nicht schlüssig dargelegt werden - auch nicht
bei den probiotischen Produkten. Hier gibt es zwar nachvollziehbare
dokumentierte positive Wirkungen, allerdings nur bei Kranken.
Dafür müssen ausreichend viele Keime vorhanden sein.
Ein Produkt enthielt aber bei weitem nicht die notwendige Anzahl
an lebenden Keimen. Und dass die Produkte bei Gesunden "besser"
wirken als Joghurt, ist nicht bewiesen, so Lehner.
Teuer statt gesund
Die Mehrkosten von ca. 180 Euro pro Jahr, wenn täglich
ein kleines Fläschchen eines probiotischen Drinks getrunken
wird, sind fix. Außerdem sind die Milchdrinks mit durchschnittlich
12 Stück Würfelzucker pro 100 Milliliter zu süß
für einen gesunden Durstlöscher und zu kalorienreich
zum nebenbei Trinken, sagt Lehner. Die durchschnittliche Kalorienmenge
pro Packung entspricht einer Zwischenmahlzeit.