"Es ist bekannt, dass die geistigen Fähigkeiten im Alter abnehmen", sagte Bading. Grund für die Beeinträchtigung sei das Protein Dnmt3a2, das im Alter nur noch in verringerter Konzentration im Gehirn vorkomme. Die Experten spritzten deshalb älteren Mäusen Viren, die dieses Protein enthielten, ins Gehirn. Das erstaunliche Ergebnis: Die Versuchstiere waren nicht mehr so vergesslich, berichtet das Forscherteam im Fachblatt "Nature Neuroscience".
Protein verbessert das Gedächtnis
Die Versuchstiere bekamen an einem bestimmten Ort einen milden elektrischen Schlag. 24 Stunden später setzten die Forscher die Mäuse erneut in diese Räumlichkeit. Erkannten die Nager den Ort wieder, erstarrten sie vor Angst. In einem anderen Versuch beobachteten die Wissenschaftler, ob sich die Mäuse an Gegenstände erinnern konnten.
Auch im Umkehrschluss habe sich die Wirkungsweise des Proteins bestätigt, wie Bading erläuterte. Jungtiere, bei denen das Protein verringert wurde, seien in ihrer Gedächtnisleistung deutlich beeinträchtigt gewesen.
"Menschlicher Organismus ist komplexer"
Eine Übertragung des Ergebnisses auf den Menschen hält Bading zwar für möglich. "Die grundlegenden, biochemischen Funktionen sind vermutlich sehr ähnlich", so der Experte. Aber: "Der menschliche Organismus ist um einiges komplexer." Problematisch sei zudem das Injizieren des Proteins mittels eines Virus' ins Hirn eines Menschen.
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