Das mache den nur rund fünf Zentimeter langen Fisch zu einem wertvollen Versuchstier für die Untersuchung menschlicher Krankheiten, sagte Derek Stemple vom Wellcome Sanger Trust Institute im britischen Cambridge. Unter den Wirbeltieren ist nach Institutsangaben bisher nur das Erbgut von Mensch und Maus in einer ebenso hohen Qualität bekannt wie nun das vom Zebrafisch. Mit mehr als 26.000 Genen sei das Erbgut des Fisches zudem das größte bisher entzifferte Wirbeltiergenom.
Wichtiges Versuchstier für die Medizin
Der Zebrafisch ist derzeit eines der wichtigsten Versuchstiere für die Medizin, weil er unter anderem leicht zu halten ist und sich gut vermehrt. Weil die Eier der Tiere transparent sind und sich zudem außerhalb des Körpers der Mutter entwickeln, können Forscher im Embryo oder der ebenfalls durchsichtigen Larve die Entwicklung von Organen oder gar einzelnen Zellen beobachten, ohne die Fische zu schädigen.
Die Zebrafische sind dadurch sehr gut geeignet für die Untersuchung der Ursachen von unter anderem Krebs, Herzkrankheiten und Verhaltensstörungen sowie für die Evaluierung möglicher Medikamente. Bereits bevor das Genom der Fische zur Gänze entziffert wurde, waren etliche seiner Gene bekannt gewesen, die denen des Menschen ähneln.
Über 3.000 Mutationen gefunden oder erzeugt
Ein weiteres Forscherteam um Stemple konnte in über 3.000 Genen des Fisches Mutationen finden oder erzeugen, die menschlichen Krankheitsgenen entsprechen, wie die Wissenschaftler in einem zweiten Artikel in "Nature" berichten. Dies eröffne neue Möglichkeiten, Krankheitswege beim Menschen aufzuklären. Die Daten des Forscherteams sollen künftig Experten auf der ganzen Welt offenstehen.
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